Historische Tabelle auf Pergament zeigt Gold Feingehalt und Karat für verschiedene Legierungen von 333er bis 999er Gold.

Gold Feingehalt & Karat: Tabelle aller Legierungen (333er–999er)

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Verfasst von Ehsaan Batt

Juli 4, 2026

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333er, 585er, 750er, 916er oder 999er Gold – die Zahlen auf dem Stempel Ihres Schmucks oder Barrens verraten den genauen Goldanteil. Diese Tabelle zeigt alle gängigen Feingehalte, die passende Karat-Angabe und wie Sie daraus den reinen Materialwert berechnen.

Was bedeutet Feingehalt und Karat?

Der Feingehalt gibt an, wie viele Gewichtsteile Reingold in 1.000 Teilen einer Legierung enthalten sind. 585er Gold enthält also 585 von 1.000 Teilen, also 58,5 Prozent reines Gold – der Rest ist meist Silber, Kupfer oder Palladium. Karat ist die ältere, parallel gebräuchliche Einheit: 24 Karat entsprechen reinem Gold (999er/1000er), die Skala reicht von 0 bis 24.

Die Feingehalt-Tabelle: Alle Legierungen im Überblick

FeingehaltKaratGoldanteilTypische Verwendung
333er Gold (8 Karat)8 Karat33,3 %Günstiger Modeschmuck, in Deutschland die gesetzliche Mindestgrenze für die Bezeichnung „Gold“
375er Gold (9 Karat)9 Karat37,5 %Schmuck, v. a. im britischen Markt verbreitet
500er Gold (12 Karat)12 Karat50,0 %Selten, meist ältere Schmuckstücke
585er Gold (14 Karat)14 Karat58,5 %Der Standard für Schmuck in Deutschland – gutes Verhältnis aus Härte, Preis und Farbe
750er Gold (18 Karat)18 Karat75,0 %Hochwertiger Schmuck, kräftigere Goldfarbe, weicher als 585er
916er Gold (22 Karat)22 Karat91,6 %Traditioneller Brautschmuck (v. a. asiatischer Markt), manche Anlagemünzen wie der Krügerrand
999er / 9999er Gold (24 Karat)24 Karat99,9 % / 99,99 %Anlagebarren und die meisten modernen Anlagemünzen (Maple Leaf, Wiener Philharmoniker)

Woher kommt die Einheit „Karat“?

Der Begriff stammt vom griechischen Wort „keration“ für die Samen des Johannisbrotbaums. Diese Samen haben ein bemerkenswert einheitliches Gewicht von rund 0,2 Gramm und dienten Händlern in der Antike und im Mittelmeerraum jahrhundertelang als natürliches Gewichtsmaß für Gold und Edelsteine. Aus dieser Praxis entwickelte sich zunächst die Karat-Einheit für das Gewicht von Diamanten (1 Karat = 0,2 Gramm, bis heute üblich) und unabhängig davon die Karat-Skala für den Feingehalt von Gold, bei der 24 Karat für „vollständig rein“ steht – abgeleitet von der Vorstellung, ein Goldbarren bestehe aus 24 gleich schweren Teilen reinen Goldes.

Deutsches Recht: Wer darf einen Feingehaltsstempel vergeben?

In Deutschland regelt das Gesetz über die Feingehaltsbezeichnung von Gold-, Silber- und Platinwaren (Feingehaltsgesetz), welche Angaben ein Hersteller oder Händler machen darf. Wichtig für Käufer: Der Stempel ist eine Eigenverantwortung des Herstellers – anders als etwa in Großbritannien gibt es in Deutschland keine verpflichtende, unabhängige Prüfstelle (Assay Office), die jedes einzelne Stück vor dem Verkauf testet und amtlich punziert. Wer beim Ankauf oder Verkauf auf Nummer sicher gehen will, sollte den gestempelten Feingehalt daher stichprobenartig von einem unabhängigen Prüfer (Juwelier, Scheideanstalt, zertifizierter Goldankäufer) verifizieren lassen, besonders bei älteren oder aus dem Ausland stammenden Stücken.

Karat-Systeme im internationalen Vergleich

Nicht jedes Land nutzt dieselben Feingehalte gleich häufig. Das erklärt, warum Schmuck aus unterschiedlichen Regionen sich oft schon am Feingehaltsstempel erkennen lässt:

RegionÜblicher Feingehalt für SchmuckBesonderheit
Deutschland / Kontinentaleuropa333er, 585er, 750erFeingehalt in Promille wird direkt gestempelt (z. B. „585“)
Großbritannien375er (9 Karat), 750er (18 Karat)Verpflichtende amtliche Punzierung durch eines von vier Assay Offices
USA417er (10 Karat), 585er (14 Karat)Karat-Zahl statt Promille-Angabe üblich (z. B. „14K“)
Naher Osten / Südasien / Türkei750er (18 Karat), 916er (22 Karat), teils 999erDeutlich höhere Feingehalte für Brautschmuck sind kulturell üblich, da Schmuck dort stärker als direkte Wertanlage betrachtet wird

Feingehalt bei Silber und Platin: dieselbe Logik, andere Zahlen

Das Promille-System gilt nicht nur für Gold. Bei Silber ist 925er („Sterling-Silber“) der weltweite Schmuckstandard, während Anlagebarren und -münzen meist 999er sind. Bei Platin sind 950er für Schmuck und 999,5er für Anlageprodukte üblich. Die Grundregel bleibt dieselbe: Je höher die Zahl, desto reiner das Metall – und desto weicher und empfindlicher gegenüber Kratzern und Verformung.

Warum ist Anlagegold fast immer 999er, aber Schmuck meist 585er?

Reines 24-karätiges Gold ist sehr weich und anfällig für Kratzer und Verformung – für Barren und Münzen, die nicht täglich getragen werden, ist das kein Nachteil, im Gegenteil: Anleger wollen den höchstmöglichen Goldanteil. Schmuck dagegen muss Stößen und täglichem Tragen standhalten. Die Beimischung von Silber, Kupfer oder Palladium bei 585er oder 750er Gold macht die Legierung härter und alltagstauglicher – und beeinflusst zugleich die Farbe: Kupferanteile erzeugen Rotgold, Silber- und Palladiumanteile Weißgold.

Goldwert nach Feingehalt berechnen: die Formel

Der reine Materialwert eines Goldstücks ergibt sich aus:

Gewicht (Gramm) × Feingehalt × aktueller Goldpreis pro Gramm (999er) = Materialwert

Beispiel: Ein 10-Gramm-Ring aus 585er Gold bei einem aktuellen Goldpreis von 85 Euro pro Gramm (999er):
10 g × 0,585 × 85 € = 497,25 € Materialwert.

Beim Verkauf von Altgold oder Schmuck ziehen Händler zusätzlich Scheidekosten ab, da die Legierung erst eingeschmolzen und getrennt werden muss – rechnen Sie beim Ankauf realistisch mit einem Abschlag auf diesen theoretischen Materialwert. Den aktuellen Goldpreis pro Gramm für jeden Feingehalt berechnen Sie direkt mit unserem Goldpreis-Rechner.

Feingehalt bei Anlagemünzen: eine Übersicht der bekanntesten Münzen

MünzeFeingehaltLand
Krügerrand916er (22 Karat)Südafrika
American Eagle916er (22 Karat)USA
Maple Leaf999,9er (24 Karat)Kanada
Wiener Philharmoniker999,9er (24 Karat)Österreich
Britannia999,9er (24 Karat)Großbritannien

Der niedrigere Feingehalt von Krügerrand und American Eagle ist bewusst gewählt: Die Kupferbeimischung macht die Münzen härter und damit widerstandsfähiger gegen Kratzer im täglichen Handel – ein Vorteil, wenn Münzen häufiger den Besitzer wechseln. Am reinen Goldgehalt pro Münze ändert das nichts, da alle gängigen 1-Unze-Münzen exakt 31,1035 Gramm Feingold enthalten; bei 916er Münzen ist lediglich das Gesamtgewicht der Münze entsprechend höher, um diese Feingoldmenge auszugleichen.

Feingehalt selbst grob prüfen: drei einfache Methoden

Diese Methoden ersetzen keine professionelle Prüfung, geben aber eine erste Orientierung:

  • Magnettest: Reines Gold und die meisten Goldlegierungen sind nicht magnetisch. Reagiert ein Stück spürbar auf einen starken Magneten, ist es sehr wahrscheinlich keine echte Goldlegierung oder enthält einen unedlen Kern.
  • Stempel-Kontrolle mit Lupe: Prüfen Sie, ob der Feingehaltsstempel klar lesbar und plausibel ist (333, 375, 585, 750, 916, 999) – untypische Zahlen sind ein Warnsignal.
  • Dichtetest (nur für Barren/Münzen ohne Fassung): Reines Gold hat eine Dichte von 19,3 g/cm³, deutlich höher als die meisten Fälschungsmaterialien wie Wolfram-beschichtetes Messing. Gewicht und Volumen lassen sich mit einer Feinwaage und einem Messbecher grob abschätzen.

Für hochwertige Stücke oder beim Verkauf empfiehlt sich immer eine professionelle Prüfung per Röntgenfluoreszenz-Analyse (XRF), die den Feingehalt zerstörungsfrei und exakt bestimmt – die meisten seriösen Goldankäufer bieten diesen Test kostenlos an.

Häufige Fragen zu Feingehalt und Karat

Ist 333er Gold noch „echtes“ Gold?

Ja, rechtlich gesehen. In Deutschland ist 333er (8 Karat) die gesetzliche Mindestgrenze, ab der ein Schmuckstück als „Gold“ bezeichnet und mit einem Feingehaltsstempel versehen werden darf. Als Wertanlage ist 333er Gold wegen des geringen Goldanteils aber ungeeignet – hier zählt fast ausschließlich der Schmuckwert, nicht der Materialwert.

Warum gibt es keine Mehrwertsteuer auf 999er Anlagegold, aber auf Schmuckgold schon?

Die Steuerbefreiung gilt ausschließlich für „Anlagegold“ nach der gesetzlichen Definition – im Kern Barren und bestimmte Münzen ab 900er Feingehalt, die auf der offiziellen Liste der EU-Kommission stehen. Schmuck, unabhängig vom Feingehalt, gilt steuerlich nicht als Anlagegold und unterliegt beim Kauf der regulären Mehrwertsteuer. Mehr dazu in unserem Ratgeber Gold und Steuern.

Wie erkenne ich den Feingehalt an meinem Schmuckstück?

Der Feingehalt ist meist als dreistellige Zahl (z. B. „585“) in das Metall gestempelt, oft an einer unauffälligen Stelle wie der Innenseite eines Rings oder am Verschluss einer Kette. Bei sehr altem oder abgenutztem Schmuck kann der Stempel verblasst oder unlesbar sein – hier hilft ein Test beim Goldankäufer oder Juwelier mit einer Prüfsäure oder einem Röntgenfluoreszenz-Gerät (XRF).

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