Alter Schmuck, geerbte Ketten, Zahngold oder verbogene Ringe: Wer Altgold verkaufen möchte, bekommt den Auszahlungsbetrag ausschließlich auf Basis des enthaltenen Feingoldgewichts berechnet – unabhängig von Zustand, Marke oder Design. Der Ankaufspreis ergibt sich aus Gesamtgewicht, Punzierung und dem aktuellen LBMA-Börsenkurs für Gold.
Dieser Ratgeber zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Altgoldankäufer den Wert Ihres Schmucks ermitteln, welche Stempel welchen Goldgehalt bedeuten und wie Sie beim Verkauf typische Fehler vermeiden.
Aktuellen Schmelzwert sofort berechnen
Wählen Sie den Feingehalt Ihres Schmuckstücks und geben Sie das Gewicht ein. Der Rechner arbeitet mit dem aktuellen Börsenkurs und zeigt Ihnen den Echtzeit-Schmelzwert:
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Echtzeit-Materialwert für 14 Karat Schmuckgold
Hinweis: Alle angezeigten Preise basieren auf dem live abgerufenen LBMA-Goldkurs und werden sekündlich aktualisiert. Es handelt sich um Orientierungswerte; der tatsächliche Ankaufspreis eines Händlers kann je nach Konditionen abweichen.
Was ist Altgold überhaupt?
Altgold bezeichnet jedes Goldschmuckstück oder goldhaltige Objekt, das nicht mehr als Anlagegold (Barren, Münzen) gilt und typischerweise zur Einschmelzung oder Wiederverwertung verkauft wird. Dazu gehören:
- Getragener Goldschmuck – Ringe, Ketten, Armbänder, Ohrringe, Broschen
- Defekte oder beschädigte Stücke – verbogene Ketten, gebrochene Verschlüsse, zerkratzte Anhänger
- Zahngold – Kronen, Brücken und Zahnersatz aus Dentallegierungen mit Goldanteil
- Bruchgold – einzelne Glieder, Fragmente, nicht mehr tragbare Reste
- Erbstücke und Nachlässe – Schmuck ohne sentimentalen Nutzen, der in Bargeld umgewandelt werden soll
Der optische Zustand oder der ursprüngliche Kaufpreis des Stücks spielen beim klassischen Altgoldankauf keine Rolle. Entscheidend ist ausschließlich der Feingoldgehalt in Gramm.
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Wählen Sie den Feingehalt (Stempelaufdruck) Ihres Schmuckstücks, um Echtzeit-Schmelzwerte und unsere gewichtsgenauen Kalkulatoren aufzurufen:
333er Gold – 8 Karat (33,3 % Feingold)
333er Gold ist die in Deutschland häufig anzutreffende Mindestlegierung für echten Goldschmuck. Jedes Gramm enthält 0,333 Gramm reines Gold.
Aktueller Schmelzwert pro Gramm 333er Gold:
38,49 Euro
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375er Gold – 9 Karat (37,5 % Feingold)
375er Schmuck ist vor allem in britischen und irischen Erbstücken verbreitet. Der Goldanteil liegt bei 37,5 Prozent.
Aktueller Schmelzwert pro Gramm 375er Gold:
43,34 Euro
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585er Gold – 14 Karat (58,5 % Feingold)
585er Gold ist die mit Abstand meistverbreitete Legierung in Deutschland – der typische Ehering-Standard. Mehr als die Hälfte des Gewichts besteht aus reinem Gold.
Aktueller Schmelzwert pro Gramm 585er Gold:
67,61 Euro
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Echtzeit-Materialwert für 14 Karat Schmuckgold
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750er Gold – 18 Karat (75,0 % Feingold)
750er Gold gilt als Premiumlegierung im Schmuckbereich. Drei Viertel des Gewichts entfallen auf reines Gold – entsprechend attraktiv ist der Schmelzwert.
Aktueller Schmelzwert pro Gramm 750er Gold:
86,68 Euro
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Echtzeit-Materialwert für 18 Karat Schmuckgold
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Wie wird der Wert von Altgold berechnet?
Der Auszahlungsbetrag beim Altgoldverkauf hängt von drei Faktoren ab – und nur von diesen dreien. Zustand, Marke oder Designwert des Schmuckstücks bleiben bei der Einschmelzung vollständig unberücksichtigt.
| Faktor | Bedeutung für den Verkauf |
|---|---|
| 1. Das Gesamtgewicht | Ermittelt über geeichte Feinwaagen in Gramm. Schmucksteine und Verschlüsse werden vom seriösen Ankäufer abgezogen. |
| 2. Die Punzierung (Stempel) | Gibt den reinen Goldanteil pro tausend Anteile an (z. B. 585/1.000 = 58,5 % Gold). |
| 3. Der aktuelle Börsenkurs | Der offizielle LBMA-Handelswert (London Bullion Market Association) für Feingold in Euro, der täglich schwankt. |
Die Formel lautet:
Gesamtgewicht (g) × Feingehalt (z. B. 0,585) × aktueller Goldpreis pro Gramm = Schmelzwert
Beispiel: Ein 585er Goldring mit 5 Gramm Gesamtgewicht hat einen Schmelzwert von:
5g 585er Gold (14 Karat)
Diesen Betrag – abzüglich der Händlermarge – sollten Sie als Auszahlung erwarten dürfen.
Was bedeuten die Punzierungen? Goldstempel einfach erklärt
Die kleinen eingravierten Zahlen auf Ringen, Ketten oder Armbändern sind keine Dekoration – sie sind die präziseste Information, die Sie für den Verkauf benötigen. Laut der europäischen Hallmarkierungskonvention gibt die Zahl den Goldgehalt in Promille an.
| Stempel | Karat | Goldanteil | Typische Verwendung |
|---|---|---|---|
| 333 | 8 Karat | 33,3 % | Einstiegssortiment, älterer Modeschmuck |
| 375 | 9 Karat | 37,5 % | Britische und irische Schmuckstücke |
| 585 | 14 Karat | 58,5 % | Häufigste Legierung in Deutschland (Eheringe, Anhänger) |
| 750 | 18 Karat | 75,0 % | Hochwertige Schmuckstücke, Designerware |
| 999 | 24 Karat | 99,9 % | Feingold-Barren, Anlagemünzen (kein typisches Altgold) |
Wo finde ich den Stempel? Bei Ringen meist auf der Innenseite, bei Ketten am Verschluss oder an den ersten Gliedern, bei Ohrringen am Stecker oder der Öse. Eine gute Lupe mit mindestens 10-facher Vergrößerung hilft beim Entziffern kleiner Punzierungen.
Wenn kein Stempel erkennbar ist, kann ein professioneller Goldprüftest (Säuretest oder XRF-Analyse beim Fachhändler) Klarheit schaffen.
Zahngold verkaufen: Was ist Dentalgold wert?
Zahngold ist eine Sonderkategorie unter den Altgoldarten – und wird von vielen Verkäufern unterschätzt. Dentale Goldlegierungen enthalten je nach Hersteller und Herstellungsjahr zwischen 40 und 90 Prozent Gold, häufig ergänzt durch Platin, Palladium oder Silber.
Da Zahngold keinen einheitlichen Stempel trägt, ist eine präzise Bestimmung nur durch eine Schmelzanalyse oder eine XRF-Messung (Röntgenfluoreszenzanalyse) möglich. Seriöse Scheideanstalten führen diese Analyse kostenlos durch und zahlen anschließend auf Basis des tatsächlichen Feingehalts.
Wichtig: Zahngold niemals bei Pfandleihhäusern oder Kiosks verkaufen. Der Unterschied zwischen einem seriösen Anbieter und einem unseriösen kann bei wenigen Gramm Zahngold mehrere Hundert Euro betragen.
Den ungefähren Orientierungswert für einen angenommenen 585er Dentalanteil berechnen Sie hier:
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Echtzeit-Materialwert für 14 Karat Schmuckgold
Wo sollte ich mein Altgold verkaufen? Ein direkter Vergleich
Nicht jeder Ankäufer zahlt gleich viel – und nicht jeder ist gleich vertrauenswürdig. Hier ist ein ehrlicher Vergleich der wichtigsten Vertriebswege:
Scheideanstalten und spezialisierte Goldhändler
Scheideanstalten schmelzen das Gold selbst ein und können deshalb die direktesten Konditionen anbieten. Da keine Zwischenhändler involviert sind, fallen die Abzüge in der Regel deutlich geringer aus. Seriöse Anbieter zahlen 90 bis 98 Prozent des rechnerischen Schmelzwerts – manche arbeiten sogar mit 0 % Abzug.
Geeignet für: Alle, die den maximalen Erlös erzielen möchten und bereit sind, Angebote zu vergleichen.
Lokale Juweliere
Juweliere kaufen Altgold an, kalkulieren aber in der Regel eine eigene Händlerspanne ein. Je nach Betrieb können die Abzüge zwischen 10 und 30 Prozent liegen. Der Vorteil: persönliche Beratung und sofortige Barauszahlung.
Geeignet für: Wer Wert auf den direkten Kontakt legt und wenige Gramm verkaufen möchte.
Pfandleihhäuser und Kiosk-Ankäufer
Diese Anbieter bieten in der Regel die schlechtesten Konditionen. Abzüge von 25 Prozent und mehr sind keine Seltenheit – bei Zahngold oder Bruchgold können die Verluste noch höher ausfallen. Nach Angaben der Verbraucherzentrale sollten Verbraucher diese Verkaufswege für größere Mengen meiden.
Geeignet für: Kleine Mengen, bei denen Bequemlichkeit wichtiger ist als der Erlös.
Online-Goldankäufer
Seriöse Online-Ankäufer bieten oft sehr wettbewerbsfähige Konditionen, da ihr Betriebsmodell schlanker ist. Der Ablauf: Schmuck einsenden, Angebot erhalten, bei Nichtgefallen kostenlos zurücksenden.
Geeignet für: Alle, die in Ruhe vergleichen möchten und keinen lokalen Spezialanbieter in der Nähe haben.
Tipps für einen sicheren und profitablen Goldverkauf
Der Markt für Edelmetallankauf ist groß – und leider nicht immer transparent. Um den bestmöglichen Erlös zu erzielen und unseriöse Anbieter zu umgehen, empfehlen wir folgende Schritte:
- Sortieren Sie vorab nach Feingehalt: Nutzen Sie eine Lupe, um die Stempel auf Ringen, Ketten und Armbändern zu entziffern. Legen Sie 333er und 585er Stücke getrennt ab – gemischte Abgaben erschweren die Kalkulation und bieten dem Ankäufer unnötig viel Spielraum.
- Wiegen Sie selbst: Eine einfache Feinwaage (ab ca. 15 Euro im Handel erhältlich) macht Sie unabhängig. Wenn Sie das Gewicht Ihres Schmucks kennen, können Sie das Angebot eines Händlers sofort gegen den rechnerischen Schmelzwert prüfen.
- Schmucksteine beachten: Steine, Perlen und Glasverzierungen erhöhen das Gewicht auf einer Haushaltswaage, werden vom Ankäufer aber abgezogen. Ein seriöser Händler wiegt diese Komponenten transparent aus und erklärt den Abzug.
- Mehrere Angebote einholen: Holen Sie mindestens zwei bis drei Angebote ein, bevor Sie sich entscheiden. Bei 50 Gramm 585er Gold kann der Unterschied zwischen einem fairen und einem ungünstigen Anbieter schnell mehrere Hundert Euro betragen.
- Scheideanstalten bevorzugen: Da Scheideanstalten das Gold direkt recyceln, fallen in der Regel niedrigere Gebührenabschläge an als bei kleinen, lokalen Ankäufern.
- Niemals unter Druck verkaufen: Seriöse Ankäufer drängen nicht zum Abschluss. Nehmen Sie sich die Zeit, Angebote zu vergleichen – gutes Gold läuft nicht weg.
Ist der Goldverkauf in Deutschland steuerpflichtig?
Altgoldverkäufe sind in Deutschland in den meisten Fällen steuerfrei – insbesondere wenn es sich um privaten Schmuck handelt, der nicht als Spekulationsobjekt erworben wurde. Für Privatpersonen gilt: Der Verkauf von persönlichem Schmuck unterliegt in aller Regel nicht der Einkommensteuer, da kein Veräußerungsgewinn im steuerlichen Sinne entsteht.
Anders verhält es sich bei Anlagegold (Barren, Münzen), das innerhalb der einjährigen Spekulationsfrist verkauft wird. Hier kann Einkommensteuer anfallen. Bei Unsicherheiten empfiehlt sich die Rücksprache mit einem Steuerberater oder die Lektüre des entsprechenden Merkblatts des Bundeszentralamts für Steuern.
Ausweispflicht: Goldhändler sind nach dem Geldwäschegesetz (GwG) verpflichtet, Käufe ab einem Betrag von 2.000 Euro oder mehr zu identifizieren. Das bedeutet: Sie müssen sich in solchen Fällen mit einem gültigen Personalausweis oder Reisepass ausweisen. Als Privatverkäufer müssen Sie selbst nichts beim Finanzamt melden.
Häufig gestellte Fragen zum Altgoldverkauf
Wie erkenne ich, ob mein Schmuck echtes Gold ist?
Echtes Gold ist in Deutschland stets punziert – suchen Sie nach einem eingestempelten Feingehalt (333, 585, 750 etc.) an einer unauffälligen Stelle des Schmuckstücks. Trägt das Stück keinen Stempel, kann ein Fachhändler oder eine Scheideanstalt mittels Säuretest oder XRF-Analyse den Goldgehalt professionell bestimmen. Hausmittel wie der „Magnettest“ sind nur eingeschränkt aussagekräftig, da Gold nicht magnetisch ist – viele andere Metalle jedoch auch nicht.
Macht es einen Unterschied, ob ich wenige oder viele Gramm verkaufe?
Grundsätzlich berechnet sich der Wert immer nach demselben Schema: Gewicht × Feingehalt × Goldkurs. Bei größeren Mengen haben Sie jedoch mehr Verhandlungsspielraum und können von besseren Konditionen bei Scheideanstalten profitieren. Für kleine Mengen unter 5 Gramm lohnt sich der Vergleich mehrerer Anbieter besonders, da Mindestgebühren den Erlös empfindlich schmälern können.
Was passiert mit meinem Altgold nach dem Verkauf?
Altgold wird in spezialisierten Scheideanstalten eingeschmolzen und raffiniert. Das zurückgewonnene Feingold fließt in den Rohstoffkreislauf zurück – als Ausgangsmaterial für neuen Schmuck, für Elektronikbauteile oder für Anlagegold. Recyceltes Gold hat dieselbe Qualität wie Primärgold aus dem Bergbau, verursacht jedoch einen deutlich geringeren ökologischen Fußabdruck.
Kann ich Altgold auch online verkaufen?
Ja. Viele seriöse Ankäufer bieten einen postalischen Einsendeservice an: Sie schicken Ihren Schmuck in einem versicherten Päckchen ein, erhalten ein verbindliches Angebot und können bei Nichtgefallen eine kostenlose Rücksendung anfordern. Achten Sie darauf, dass der Versand vollständig versichert ist und der Anbieter eine transparente Preiskalkulation veröffentlicht.
Wie schnell erhalte ich mein Geld nach dem Verkauf?
Bei seriösen Ankäufern erfolgt die Auszahlung in der Regel innerhalb von ein bis drei Werktagen nach Eingang und Prüfung des Schmucks. Manche Anbieter zahlen sogar noch am selben Tag – fragen Sie vor dem Einsenden nach den genauen Auszahlungsmodalitäten.
Werden Schmucksteine beim Ankauf berücksichtigt?
Nein – zumindest nicht im Rahmen des klassischen Altgoldankaufs. Steine, Perlen und andere Einlagen werden beim Einschmelzen entfernt und vom Gesamtgewicht abgezogen. Besitzen Sie Schmuck mit hochwertigen Edelsteinen (Diamanten, Rubine, Smaragde), lohnt es sich, diesen vorab von einem Juwelier oder Gutachter bewerten zu lassen – der Edelsteinwert kann den Goldwert deutlich übersteigen.
Transparenzhinweis
Die auf dieser Seite dargestellten Schmelzwerte, Rechenergebnisse und Marktübersichten dienen der allgemeinen Orientierung und stellen keine Anlageberatung dar. Goldpreise schwanken täglich und können sich zwischen Kalkulation und tatsächlichem Verkauf verändern. Für verbindliche Angebote wenden Sie sich bitte direkt an einen zugelassenen Edelmetallhändler.