Alle zwölf Jahre beginnt das Spiel von vorn: Die Lunar-Serie der Perth Mint widmet jedem Tier des chinesischen Kalenders eine eigene Goldmünze — vom Drachen bis zum Pferd. Für Anleger ist die Serie ein Sonderfall unter den Anlagemünzen: limitierte Auflagen, jährlich wechselnde Motive und ein treuer Sammlermarkt sorgen für Aufschläge, die es bei Krügerrand & Co. nicht gibt. Was dahintersteckt — und was das für Ihre Kaufentscheidung bedeutet.

Das Konzept: Der 12-Jahres-Zyklus erklärt

Die Idee ist so einfach wie genial: Der chinesische Tierkreis umfasst zwölf Tiere — Ratte, Büffel, Tiger, Hase, Drache, Schlange, Pferd, Ziege, Affe, Hahn, Hund, Schwein. Die Perth Mint prägt jedes Jahr die Münze zum jeweiligen Tier. Nach zwölf Jahren ist der Zyklus komplett — und beginnt von vorn mit neuem Design.

Bisher gab es drei Serien: Lunar I (1999–2010), Lunar II (2008–2019) und die laufende Lunar III (2020–2031). Die Überlappungen am Serienwechsel sind beabsichtigt und für Sammler besonders interessant. Aktuell befinden wir uns in Lunar III: 2024 war das Jahr des Drachen, 2025 das der Schlange, 2026 gehört dem Pferd.

Die Münzen erscheinen in Gold (und Silber) in verschiedenen Stückelungen, darunter die 1-Unze-Ausführung mit 999,9/1000 Feingehalt. Der Nennwert der Gold-Unze beträgt 100 Australische Dollar — wie üblich rein symbolisch.

Drache, Pferd & Co.: Warum manche Jahrgänge teurer sind

Nicht alle Tierkreiszeichen sind gleich beliebt. In der chinesischen Kultur gelten Drache und Pferd als besonders glückverheißend — die entsprechenden Jahrgänge erzielen regelmäßig die höchsten Sammleraufschläge. Der Drache 2024 war innerhalb der Lunar-III-Serie einer der gefragtesten Jahrgänge überhaupt.

Was das konkret bedeutet: Während ein Krügerrand praktisch immer zum reinen Goldwert plus kleinem Aufgeld gehandelt wird, zahlen Sammler für beliebte Lunar-Jahrgänge deutliche Aufschläge — je nach Tier, Erhaltungszustand und Auflage. Umgekehrt sind weniger gefragte Tierzeichen oft kaum teurer als normale Anlagemünzen zu haben. Diese Spreizung ist das Alleinstellungsmerkmal der Serie — und gleichzeitig ihre Tücke, wie der nächste Abschnitt zeigt.

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Sammlerwert vs. Anlagewert: Die ehrliche Abgrenzung

Hier müssen wir klar trennen, denn viele Käufer vermischen zwei verschiedene Dinge:

  • Anlagewert: Der Goldgehalt — eine Feinunze ist eine Feinunze, egal ob Drache oder Ziege. Diesen Wert realisieren Sie bei jedem Händler, jederzeit.
  • Sammlerwert: Der Aufschlag, den Liebhaber für bestimmte Jahrgänge, komplette Serien oder Top-Zustände zahlen. Diesen Wert realisieren Sie nur, wenn Sie den richtigen Käufer finden — und der Markt dafür ist deutlich dünner als der Goldmarkt.

Die entscheidende Frage lautet daher: Kaufen Sie Gold oder kaufen Sie ein Sammlerobjekt? Beides ist legitim — aber es sind verschiedene Disziplinen mit verschiedenen Regeln. Wer Gold als Geldanlage will, kauft die günstigste verfügbare Lunar-Unze (oft ein weniger gefragtes Tierzeichen) oder gleich eine Standardmünze ohne Sammleraufschlag. Wer auf Sammleraufschläge spekuliert, sollte sich mit Auflagenzahlen, Erhaltungsgraden und dem Zweitmarkt für numismatische Münzen auskennen — und akzeptieren, dass sich Sammlergeschmack ändern kann.

Ein warnendes Beispiel aus der Praxis: Manche Käufer zahlen für den aktuellen „Hype-Jahrgang" hohe Aufschläge und stellen beim Wiederverkauf fest, dass der Händlereinkaufspreis sich am Goldwert orientiert — der Sammleraufschlag also nur dann realisiert wird, wenn man privat an Sammler verkauft. Kalkulieren Sie das ein, bevor Sie mehr als den reinen Goldwert bezahlen.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

  • Zweck klären: Geldanlage oder Sammelleidenschaft? Danach richtet sich, ob Sie den günstigsten oder den gefragtesten Jahrgang wählen.
  • Auflage prüfen: Die Perth Mint veröffentlicht die Prägezahlen — niedrigere Auflagen stützen tendenziell den Sammlerwert.
  • Zustand ist alles: Bei Sammlermünzen entscheidet der Erhaltungsgrad über den Aufschlag. Kaufen Sie nur einwandfreie, am besten gekapselte Exemplare.
  • Aufgeld vergleichen: Die Spannen zwischen Händlern sind bei Lunar-Münzen größer als bei Standardmünzen — vergleichen Sie gründlich.
  • Steuer: Die Lunar-Goldmünzen gelten als Anlagegold und sind in Deutschland von der Mehrwertsteuer befreit. Hinweis: Keine Steuerberatung — im Zweifel fragen Sie Ihren Steuerberater.

Lesetipp: 1 Unze Goldmünzen im Vergleich: Preise & Aufgelder

Komplette Serien sammeln: Das 12-Jahre-Projekt

Für viele Lunar-Sammler ist das eigentliche Ziel nicht die einzelne Münze, sondern die komplette Serie: alle zwölf Tierkreiszeichen einer Lunar-Generation in einheitlicher Stückelung. Ein solches Set — etwa Lunar II komplett in 1 Unze — erzielt auf dem Sammlermarkt regelmäßig bessere Preise als die Summe der Einzelmünzen, weil es nur wenige vollständige Sätze in Top-Zustand gibt.

Wer dieses Projekt angeht, sollte drei Dinge beachten: Erstens, von Anfang an auf einheitliche Erhaltung achten — ein zerkratztes Exemplar entwertet das ganze Set überproportional. Zweitens, Originalverpackungen und Zertifikate aufbewahren; Sammler zahlen für Vollständigkeit. Drittens, Geduld mitbringen: Zwölf Jahre sind lang, und unterwegs ändern sich Preise, Prägezahlen und der eigene Geschmack.

Verkauft werden komplette Serien am besten dort, wo Sammler suchen: auf numismatischen Auktionen, Sammlerbörsen oder spezialisierten Online-Marktplätzen — nicht beim Goldankäufer um die Ecke, der nur den Metallwert zahlt. Und ehrlich: Wer zwölf Jahre lang mit Freude sammelt, hat sein Geld schon durch das Hobby gut angelegt — unabhängig vom Wiederverkaufswert.

Übrigens: Auch die Silber-Lunar-Münzen erfreuen sich großer Beliebtheit — sie gehören zu den meistgehandelten Silber-Anlagemünzen der Welt. Für deutsche Anleger gilt jedoch die bekannte Einschränkung: Silbermünzen unterliegen 19 Prozent Mehrwertsteuer, Gold bleibt die steuerlich effizientere Wahl. Wer die Lunar-Serie aus Sammelleidenschaft liebt, wird das verschmerzen; wer primär Vermögen aufbauen will, greift zur Goldversion.

Häufige Fragen

Welches Tier ist auf der Lunar-Münze 2026?

Das Pferd — 2026 ist im chinesischen Kalender das Jahr des Pferdes. Zuvor erschienen 2024 der Drache und 2025 die Schlange, jeweils in der laufenden Lunar-III-Serie (2020–2031) der Perth Mint.

Sind Lunar-Goldmünzen eine gute Geldanlage?

Als Goldanlage ja — sie enthalten eine Feinunze Gold wie jede Anlagemünze. Als Spekulation auf Sammleraufschläge nur für Kenner: Die Aufschläge hängen von Tier, Auflage und Sammlergeschmack ab und lassen sich beim Händlerverkauf oft nicht realisieren.

Warum sind manche Lunar-Jahrgänge teurer?

Kulturelle Beliebtheit (Drache und Pferd gelten als besonders glückverheißend), niedrigere Auflagen und Sammlernachfrage treiben die Aufschläge. Weniger gefragte Tierzeichen sind oft kaum teurer als normale Anlagemünzen.

Lunar I, II oder III — welche Serie kaufen?

Für die reine Goldanlage: die günstigste verfügbare, meist aus der laufenden Serie III. Für Sammler: Komplette Serien oder Schlüsseljahrgänge — hier entscheiden Auflage, Zustand und persönliches Sammelgebiet, nicht der Goldpreis.