Wie entsteht der Goldpreis pro Gramm?

Der Weltmarktpreis für Edelmetalle wird kontinuierlich an den führenden internationalen Rohstoffbörsen ermittelt – allen voran an der London Bullion Market Association (LBMA) sowie der New York Mercantile Exchange (COMEX). Gehandelt wird dort primär in US-Dollar je Feinunze (31,1035 Gramm).

Um den aktuellen Kurs in Euro pro Gramm zu bestimmen, wird die Notierung anhand des offiziellen Wechselkurses der Europäischen Zentralbank (EZB) umgerechnet. Bei kleineren Einheiten wie einzelnen Gramm schlägt sich jede Veränderung im Euro/US-Dollar-Verhältnis unmittelbar im Preis nieder.

Prägeaufschlag: Warum kleine Einheiten pro Gramm teurer sind

Anleger, die physisches Gold erwerben möchten, sollten den Effekt der Stückelungs-Degression kennen: Die Herstellung eines 1-Gramm-Barrens erfordert praktisch dieselben Rüst-, Präge-, Verpackungs- und Logistikkosten wie die Herstellung eines 100-Gramm- oder 1-Kilogramm-Barrens.

Infolgedessen beträgt der Aufschlag auf den reinen Börsenwert bei einem 1-Gramm-Barren oft 10 % bis über 20 %, während er bei einer 1-Unzen-Münze meist unter 4 % und bei einem 1-Kilogramm-Barren oft unter 1,5 % liegt. Für den reinen Vermögensaufbau empfiehlt es sich daher, stets die größtmögliche sinnvolle Stückelung zu wählen.

Steuerliche Rahmenbedingungen in Deutschland

Anlagegold genießt in Deutschland eine gesetzliche Sonderstellung: Nach § 25c UStG ist der Kauf von Feingoldbarren (mindestens 995er Reinheit) und anerkannten Anlagemünzen (wie Krügerrand oder Maple Leaf) vollständig von der Mehrwertsteuer befreit. Wird das Gold nach dem Kauf länger als 12 Monate gehalten, sind etwaige Kursgewinne beim Wiederverkauf gemäß § 23 EStG vollständig einkommensteuerfrei.