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Warum scheiden Frauen mit größeren Brüsten aus dem Sport aus?

Warum scheiden Frauen mit größeren Brüsten aus dem Sport aus

Als Chloe Kelly ihr Trikot auszog, um Englands EM-Tor zu feiern, konnte sie die weitreichenden Auswirkungen ihrer einfachen Tat nicht ahnen. Indem sie ihren Sport-BH vor einem vollen Wembley-Stadion und Millionen von Zuschauern enthüllte, regte die 24-Jährige eine dringend notwendige Diskussion über BHs und Brüste im Sport an.

Ein Tabu-Thema im Sport

Zu lange war das Thema Brüste im Sport ein Tabu, eine Tatsache, die die schottische Hockeykapitänin Sarah Robertson nur allzu gut kennt. Letzten Sommer, als sie sich mit dem britischen Eishockeyteam auf die Olympischen Spiele in Tokio vorbereitete, setzte die 28-Jährige das Thema Brüste auf die Agenda der Mannschaftsbesprechung.

Die schottische Spielführerin Sarah Robertson hatte Mühe, den richtigen BH für ihre größere Brust zu finden - SCOTTISH HOCKEY
Die schottische Spielführerin Sarah Robertson hatte Mühe, den richtigen BH für ihre größere Brust zu finden – SCOTTISH HOCKEY

Für Robertson, die als junge Athletin Schwierigkeiten hatte, den richtigen BH zur Unterstützung ihrer größeren Brust zu finden, führte die Diskussion zu einer ernüchternden Erkenntnis – wie wenig ihre Teamkolleginnen über ihren eigenen Körper wussten.

Zitat von Sarah Robertson: „Wir haben vor den Olympischen Spielen eine Aufklärungssitzung durchgeführt und es war erstaunlich, wie viele Mädchen die allgemeinen Regeln nicht kannten, welche BHs für einen so wirkungsvollen Sport wie Hockey zu tragen sind.“

Die Bedeutung der richtigen Unterstützung

Forscher haben herausgefunden, dass sich Brüste während des Trainings um bis zu 15 Zentimeter bewegen können. Studien zeigen, dass Frauen, die keinen effektiven Sport-BH tragen, bei einem Marathon bis zu vier Zentimeter Schrittlänge verlieren können. Hinzu kommen die psychologischen Auswirkungen.

Robertson erklärt, dass es entscheidend ist, sich in dem, was man trägt, wohl und unterstützt zu fühlen, insbesondere bei großen sportlichen Ereignissen wie den Olympischen Spielen oder den Commonwealth Games.

Zitat von Sarah Robertson: „Geh raus und spiele so etwas wie die Olympischen Spiele oder Commonwealth-Spiele, es läuft im Fernsehen, viele Leute sehen dir zu, also musst du dich in dem, was du trägst, wohl und unterstützt fühlen. Die mentale Wirkung davon ist auch so wichtig.“

Fehlende Forschung und Aufklärung

Robertson ist nicht allein in ihrem Kampf um Spitzenleistungen. Es gibt wenig frauenspezifische Forschung zur sportlichen Leistung, insbesondere zum Thema Brüste. Beispiele prominenter Sportlerinnen zeigen, wie wichtig das Thema ist:

  • Simona Halep, eine 30-jährige rumänische Tennisspielerin, unterzog sich im Alter von 17 Jahren einer Brustverkleinerung, um ihre Leistung zu verbessern. Halep reflektierte später, dass die körperlichen und geistigen Vorteile der Operation von unschätzbarem Wert waren.
  • Die paralympische Schützin Lorraine Lambert befürchtete jahrelang, dass ihre großen Brüste zur Disqualifikation führen würden, wenn sie ihr Gewehr berührten. Sie wurde mit einem maßgeschneiderten Sport-BH ausgestattet, um ihre Leistung zu maximieren und die Verteilung ihres Brustgewebes von ihrem Sitz weg zu verlagern.

Auswirkungen auf den Breitensport

Während Spitzensportlerinnen sich langsam mit diesem Thema auseinandersetzen, sind die Auswirkungen auf der Breitensportebene für Frauen und Mädchen verheerend. Studien haben gezeigt, dass Frauen mit größeren Brüsten 37 % weniger Zeit mit Sport verbringen als ihre Freundinnen mit kleineren Brüsten.

Statistik: 46 % der Mädchen im Teenageralter geben an, dass sie ihre Brüste als Hindernis für Sportaktivitäten sehen, was sie zum viertgrößten Hindernis insgesamt macht.

Dr. Nicola Brown, Forscherin und außerordentliche Professorin für Frauengesundheit an der St. Mary’s University in Twickenham, befürchtet, dass ein Mangel an Aufklärung Frauen und Mädchen daran hindert, aktiv zu werden. Sie erklärt, dass viele Frauen mit den auf dem Markt verfügbaren BH-Modellen unzufrieden sind und unter Schmerzen, Scheuern und anderen Problemen leiden.

Zitat von Dr. Nicola Brown: „Für andere Frauen sind es die psychologischen Aspekte dessen, was andere darüber denken, dass ihre Brüste während des Trainings hüpfen, besonders für Mädchen im Teenageralter. Sie machen sich Sorgen darüber, was Jungen von ihren Brüsten beim Sport halten, und das bedeutet, dass sie nicht teilnehmen.“

Eine brennende Notwendigkeit für Bildung

Begrenzte Forschung zu diesen Themen hat zu einer Diskrepanz in der Beziehung von Frauen zu ihrem Körper geführt. Robertson sagt, dass sie vor ihrer Periode oft einen etwas größeren BH trägt und weist darauf hin, dass Frauen einfach nicht genug über ihren Körper wissen.

Ihre Leidenschaft für das Thema veranlasste Robertson letzten Sommer, eng mit dem English Institute of Sport zusammenzuarbeiten, um einzelne Athleten vor den Spielen mit maßgeschneiderten BHs auszustatten. Für das Eishockeyteam Team GB führte dies zu der Bitte, GPS-Tracker direkt in ihre BHs einzubauen, anstatt ein oft unbequemes zusätzliches Tanktop zu tragen.

Zitat von Sarah Robertson: „Ich denke, es gibt enorme Leistungssteigerungen, wenn man einen BH trägt, der zu Ihrem Körper passt. Ich bin sehr für Bildung und Bewusstsein, wann immer es möglich ist. Es ist so ein wesentlicher Bestandteil davon, eine Frau im Sport zu sein, und es macht keinen Sinn, diese Faktoren nicht anzusprechen.“

Fazit

Die Diskussion über Brüste und BHs im Sport ist lange überfällig und von entscheidender Bedeutung, insbesondere für junge Mädchen und Frauen, die sonst Gefahr laufen, den Sport aufgrund von Unsicherheiten und körperlichen Beschwerden aufzugeben. Die Aufklärung und Bereitstellung der richtigen Unterstützung können dazu beitragen, die Teilnahme von Frauen und Mädchen am Sport zu erhöhen und ihre sportlichen Leistungen zu verbessern.

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