Sowohl Silber als auch Platin zeichnen sich durch ein starkes industrielles Fundament aus, unterscheiden sich jedoch maßgeblich in Marktgröße, Wertdichte und Einsatzgebieten. Für Anleger bieten beide Metalle interessante Beimischungschancen mit jeweils spezifischem Risikoprofil.
Industrielle Nachfrage: Photovoltaik vs. Wasserstoff
Silber ist der beste elektrische und thermische Leiter aller Elemente. Es ist unersetzlich für die globale Energiewende: Photovoltaik, Elektrofahrzeuge, Leistungselektronik und 5G-Netze verbrauchen jedes Jahr Rekordmengen an Feinsilber. Über 50 % der jährlichen Silbernachfrage entfallen auf die Industrie.
Platin hingegen ist vor allem ein Schlüsselmetall für katalytische Prozesse. Neben klassischen Autokatalysatoren für Dieselfahrzeuge gewinnt Platin massiv an Bedeutung für die grüne Wasserstoffwirtschaft: Als Katalysator in PEM-Elektrolyseuren (zur Wasserstofferzeugung) und Brennstoffzellen.
Wertdichte und physische Lagerung
Ein gravierender Unterschied für Privatanleger liegt in der Wertdichte:
- Silber: Mit einem vergleichsweise niedrigen Unzenpreis erfordert ein größeres Silberinvestment erheblichen physischen Lagerplatz und stabiles Traggewicht (z. B. Masterboxen mit 500 Unzen).
- Platin: Durch den deutlich höheren Unzenpreis lässt sich selbst ein sechsstelliger Vermögenswert in einem kleinen Schließfach oder handlichen Tresor deponieren.
Besteuerung in Deutschland
Im Gegensatz zu Anlagegold sind sowohl Silber als auch Platin in Deutschland nicht generell von der Mehrwertsteuer befreit:
- Reguläre Besteuerung: Beim Kauf physischer Barren fällt in der Regel der reguläre Mehrwertsteuersatz von 19 % an.
- Zollfreilager: Viele Anleger erwerben Silber und Platin daher über bankenunabhängige Zollfreilager (z. B. in der Schweiz), wodurch die Einfuhrumsatzsteuer legal aufgeschoben bzw. vermieden wird, solange die Ware im Freilager verbleibt.
- Spekulationsfrist: Bei beiden Metallen ist der Veräußerungsgewinn nach einer Haltedauer von mindestens einem Jahr gemäß § 23 EStG für Privatpersonen vollständig einkommensteuerfrei.
Fazit: Welches Metall passt zu wem?
Silber eignet sich hervorragend für Anleger, die an den Megatrend der Elektrifizierung glauben und eine preisgünstige, wenn auch volatile Sachwertabsicherung suchen. Platin bietet sich für strategische Investoren an, die eine kompakte Wertdichte bevorzugen und auf technologische Durchbrüche in der Wasserstoffwirtschaft setzen.