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Mittwoch, Februar 8, 2023

Ethereum Erklärung: So funktioniert die größte, dezentrale Smart Contract Plattform

Ethereum (ETH) ist nach Bitcoin (BTC) die zweitgrößte Kryptowährung, gemessen an der Marktkapitalisierung. Gleichzeitig handelt es sich aber auch um das größte, offene und dezentrale Netzwerk für sogenannte dApps (dezentrale Applikationen). Damit bildet das Netzwerk das infrastrukturelle Fundament für eine Vielzahl an Protokollen, welche auf Blockchain-Technologie und Smart Contracts angewiesen sind.

Was ist Ethereum?

Eigentlich wollte Vitalik Buterin auf dem Bitcoin-Netzwerk entwickeln. Dabei stellte sich für ihn heraus, dass das Netzwerk der ersten und größten Kryptowährung nicht für die erdachten Zwecke eines quelloffenen »Weltcomputers« geeignet war. Letztlich erschuf Buterin also eine eigene Blockchain, Ethereum, mit der nativen Währung ETH. Diese stellt der russisch-kanadische Softwareentwickler 2013 mit einer Erklärung, was Ethereum ist, das erste Mal der Öffentlichkeit vor.

Im Gegensatz zu Bitcoin verfolgt Ethereum nicht das Ziel anerkanntes, digitales Geld zu werden. Vielmehr ging es und geht es um die Erstellung und Weiterentwicklung einer quelloffenen, frei zugänglichen Plattform zur Erstellung von dezentralen Anwendungen. Im Mittelpunkt stehen dabei die sogenannten Smart Contracts. Also »intelligente« Verträge zwischen zwei oder mehreren Parteien.

Im Gegensatz zum handelsüblichen Vertrag allerdings setzen Smart Contracts die Vertragsbedingungen automatisch um. So ist gewährleistet, dass alle Teilnehmer innerhalb eines Smart Contracts nach denselben Regeln spielen – ganz ohne Aufsichtsinstanz oder zentrale Stelle, die eingreifen könnte oder die Regeln ändert.

Während Bitcoin also primär ein Zahlungsnetzwerk darstellt, handelt es sich bei Ethereum viel eher um eine Plattform für dezentrale Finanzanwendungen, verschiedene Dienste, Videospiele, Non-Fungible Token (NFT), und vieles mehr.

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So funktionieren Smart Contracts

Ein Smart Contract ist ein Programm. Am Ende also ein Code. Auf Ethereum muss dafür die Programmiersprache »Solidity« verwendet werden. Denn diese Sprache versteht die Ethereum Virtual Machine (kurz: EVM) – eine der größten Innovationen im und aus dem Ethereum-Netzwerk. Vor der EVM war es Entwicklern nur möglich, Anwendungen zu erschaffen, welche eine begrenzte Anzahl an Operationen durchführen konnten.

Die EVM ermöglicht es Entwicklern aber Anwendungen zu erschaffen, welche keine Restriktionen mehr haben. Außer Speicher und Zeit. Zudem können Smart Contracts nicht mehr geändert werden. Sobald der intelligente Vertrag auf Ethereum lauft, ist er unveränderbar. Plötzliche Preisänderungen oder Modifikationen am Umfang eines Dienstes gehören so der (zentralisierten) Vergangenheit an.

ETH – die native Währung auf Ethereum

Bei ETH handelt es sich um eine sogenannte Kryptowährung. Also ein digitales Zahlungsmittel, welches im Internet verwendet werden kann. Ebenso wie bei BTC, braucht es bei der Verwaltung von ETH keinerlei dritte Instanzen oder eine Bank. Vielmehr ist jeder seine eigene Bank.

ETH ist gleichzeitig der Treibstoff für Ethereum. Wann immer eine Transaktion mit ETH oder auf dem Ethereum-Netzwerk vorgenommen wird, müssen Transaktionsgebühren bezahlt werden. Diese Gebühren sind ein finanzieller Anreiz für Validatoren – die Aufseher im Netzwerk, wenn man so möchte. Sie passen auf, dass niemand Unfug treibt und packen Transaktionen in die Blöcke der Blockchain.

Für die geleistete Arbeit erhalten Validatoren dann noch eine kleine Menge an neu geschaffenen ETH. So wird ETH zum Treibstoff für das Ethereum-Netzwerk und zum Garant für dessen Dezentralisierung und Sicherheit.

Ethereum 2.0

Am 15. September 2022 erfolgte das größte Upgrade in der Geschichte von Ethereum. Mit Ethereum 2.0 wechselte die zweitgrößte Kryptowährung vom Konsensmechanismus »Proof-of-Work« (PoW) zu »Proof-of-Stake« (PoS). Beide Konsensmechanismen im Detail zu erklären, würden den Rahmen dieses Artikels sprengen. Aber in aller Kürze:

Das Ökosystem rundum Ethereum explodierte in den vergangenen Jahren förmlich. Mit mehr und mehr Anwendungen auf dem Netzwerk steigt die Anzahl der Transaktionen. Nur ist Ethereum auf lediglich 15 Transaktionen pro Sekunde ausgelegt. Das ist immer noch mehr als bei Bitcoin (rund sieben Transaktionen pro Sekunde), aber nicht genug, um das Aufkommen an Transaktionen zu bewältigen. Das Resultat: lange Wartezeiten bei der Abwicklung von Transaktionen und steigende Transaktionskosten (da Nachfrage das Angebot übersteigt).

Es braucht also mehr Skalierbarkeit. Schnellere Abwicklung von Transaktionen bei gleichzeitig stabileren, günstigeren Transaktionskosten. Und genau dafür schaffte Ethereum 2.0 die Grundlage. Zeitgleich muss kein »Mining« mehr

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