Kurz gesagt: finanzen.net ist Deutschlands führendes Finanzportal mit über 35 Millionen Besuchen pro Monat (IVW, August 2024). Gegründet im Jahr 2000, umfasst die finanzen.net Group heute drei Bereiche: das kostenlose Informationsportal, den Neobroker finanzen.net ZERO und die Trading-Software TraderFox. Für Anleger, die Nachrichten und Kurse suchen, ist das Portal top – wer aktiv und international handeln möchte, stößt bei ZERO jedoch an Grenzen.

Wer sich in Deutschland mit Aktien, ETFs oder Kryptowährungen beschäftigt, kommt an finanzen.net kaum vorbei. Das Portal liefert Echtzeitkurse, Marktnachrichten und Analysetools – und das für Millionen Nutzer komplett kostenlos. Doch aus der reinen Medienmarke ist längst ein ganzes Finanz-Ökosystem geworden.

In diesem Beitrag schauen wir uns genau an, was finanzen.net heute ausmacht: die Geschichte, die drei Säulen des Unternehmens, die wichtigsten Funktionen des Portals, die App und den Neobroker finanzen.net ZERO. Am Ende weißt du, ob und für welchen Anlegertyp sich die Plattform lohnt.

Was ist finanzen.net eigentlich?

finanzen.net ist ein deutsches Finanzportal, das Anlegern Kursdaten, Nachrichten und Analysewerkzeuge bereitstellt. Das Unternehmen wurde im Jahr 2000 von Jens Ohr und Peter Schille gegründet und hat seinen Sitz in Karlsruhe.

Ursprünglich startete finanzen.net als reine Medienplattform. Über die Jahre entwickelte sich daraus laut Houlihan Lokey ein umfassendes Finanz-Ökosystem, das Anleger in der gesamten DACH-Region anspricht. Heute steht der Name für weit mehr als nur Börsennachrichten.

Mit über 35 Millionen Besuchen pro Monat (IVW, August 2024) zählt das Portal zu den meistbesuchten Finanzseiten im deutschsprachigen Raum. Damit ist finanzen.net der zentrale Anlaufpunkt für alle, die Marktdaten und Investment-Informationen an einem Ort bündeln wollen.

Wem gehört finanzen.net?

Die Eigentümerstruktur hat sich in den letzten Jahren deutlich verändert. Der Medienkonzern Axel Springer hielt lange die Mehrheit an der finanzen.net Group. Im Januar 2025 verkaufte Axel Springer das Unternehmen an die europäische Private-Equity-Gesellschaft Inflexion.

Wichtig dabei: Die Gründer Jens Ohr und Peter Schille investierten gemeinsam mit Inflexion und begleiten das Unternehmen weiter. Die Transaktion wurde am 31. Januar 2025 abgeschlossen und laut Banker on Wheels mit rund 400 Millionen Euro bewertet.

Ein Blick auf die Zahlen zeigt, warum die Gruppe so attraktiv war: 2023 erwirtschaftete die finanzen.net Group nach öffentlich verfügbaren Informationen rund 80 Millionen Euro Umsatz und etwa 30 Millionen Euro EBITDA – ein profitables Geschäft.

Aus welchen Bereichen besteht die finanzen.net Group?

Die finanzen.net Group besteht aus drei sich ergänzenden Bereichen. Jeder davon deckt einen anderen Bedarf ab:

  • finanzen.net (Portal): Das führende Informationsportal für den Kapitalmarkt mit Kursen, Nachrichten und Analysen.
  • finanzen.net ZERO: Ein 2020 gestarteter Neobroker, der provisionsfreien Handel anbietet.
  • TraderFox: Eine Nachrichten- und Software-Plattform mit Echtzeit-Trading-Tools für Privatanleger.

Diese Kombination macht die Gruppe einzigartig: Anleger finden Marktinformationen und die passende Handelsausführung unter einem Dach. Man kann sich also informieren – und direkt investieren.

Welche Funktionen bietet das finanzen.net Portal?

Das Herzstück ist nach wie vor das kostenlose Informationsportal. Es liefert eine beeindruckende Bandbreite an Daten und Werkzeugen für Privatanleger.

Kurse und Charts in Echtzeit

finanzen.net stellt Kurse von nahezu 100 Börsen weltweit bereit. Dazu gehören Aktien, Fonds, Indizes, Zertifikate, ETFs, Anleihen, Rohstoffe und Währungen. Für über eine Million Finanzinstrumente lassen sich interaktive Charts abrufen.

Besonders praktisch: Echtzeit-Push-Kurse für Indizes, Rohstoffe, Zinsen und Währungen wie Dollar, Euro, Yen und Schweizer Franken.

Nachrichten und Analysen

Das Portal veröffentlicht laufend Börsennachrichten zu DAX 40, TecDAX, Dow Jones, Nasdaq und Nikkei. Ergänzt wird das durch Meldungen zu Gold, Silber, Öl und anderen Rohstoffen. Zu einzelnen Aktien gibt es Empfehlungen, Analysen, Kursziele und Kennzahlen – ideal, um sich vor einer Investmententscheidung ein Bild zu machen.

Portfolio und Watchlist

Nutzer können kostenlose Watchlists und Musterdepots anlegen. Damit behält man seine favorisierten Aktien, Fonds und Zertifikate im Blick, ohne echtes Geld einzusetzen. Wer will, verknüpft sein bestehendes Depot direkt mit dem Portal.

Krypto und mehr

Auch Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum, Litecoin und Ripple sind mit detaillierten Informationen und Echtzeitkursen vertreten. Dazu kommen Extras wie ein Börsenspiel und umfangreiche Ratgeber zur persönlichen Finanzplanung.

Wie gut ist die finanzen.net App?

Die App der finanzen.net GmbH ist für Android und iOS verfügbar und wurde über eine Million Mal heruntergeladen. Im Google Play Store erreicht sie eine Bewertung von 4,5 Sternen bei über 42.000 Rezensionen – ein starker Wert.

Die wichtigsten Funktionen auf einen Blick:

  • Echtzeitkurse für Aktien (inklusive US-Werte), Indizes und Rohstoffe
  • Kurs-Alarme per Push-Benachrichtigung
  • Optionale DAX-Eröffnung jeden Morgen als Push
  • Verknüpfung von Depots unabhängig von der Bank
  • Watchlists und Musterdepots

Ein wichtiger Hinweis: Über die App selbst ist kein direkter Wertpapierhandel möglich – dafür gibt es finanzen.net ZERO.

Kritik gibt es allerdings auch. Viele Nutzer bemängeln in den Rezensionen die hohe Zahl an Werbeanzeigen. Ein Rezensent schreibt, man müsse warten, bis alle Anzeigen geladen sind, sonst klicke man versehentlich darauf. Andere berichten von Navigationsfehlern und Bugs beim Hinzufügen von Werten zur Watchlist. Die gelieferten Daten selbst werden dagegen häufig gelobt.

finanzen.net ZERO im Test: Lohnt sich der Neobroker?

finanzen.net ZERO ist der 2020 gestartete Neobroker der Gruppe, betrieben von der Finanzen.net Zero GmbH. Das Versprechen: provisionsfreies Investieren für Privatanleger.

Angebot und Kosten

Bei finanzen.net ZERO handelst du laut Anbieter mehr als 8.500 Aktien, über 2.000 ETFs/ETCs und mehr als 900.000 Zertifikate ab 0 Euro Ordergebühren. Auch ETF- und Aktiensparpläne sind kostenlos.

Die Kostenstruktur im Überblick:

  • Depotgebühren: keine
  • Inaktivitätsgebühren: keine
  • Ein- und Auszahlungsgebühren: keine
  • Fremdwährungsgebühr: 0,25 %

Sicherheit und Regulierung

finanzen.net ZERO wird von der deutschen Finanzaufsicht BaFin beaufsichtigt. Der Broker besitzt jedoch keine eigene Banklizenz. Brokerage, Verwahrung und Bankdienstleistungen laufen über die Baader Bank AG.

Die Anlegerentschädigung beträgt bis zu 20.000 Euro (90 % der berechtigten Ansprüche). Barguthaben sind über die deutsche Einlagensicherung zusätzlich bis 100.000 Euro pro Anleger und Bank geschützt. Der Broker verwaltet nach Angaben von Banker on Wheels rund 3 Milliarden Euro Kundenvermögen und zählt mehr als 200.000 Kunden.

Der große Haken: nur ein Handelsplatz

Der wichtigste Kritikpunkt: Nahezu alle Orders werden über gettex ausgeführt, den elektronischen Handelsplatz der Börse München. Anleger können ihren Ausführungsplatz nicht wählen.

Das hält die expliziten Kosten niedrig, kann aber laut Banker on Wheels zu breiteren Spreads oder weniger günstiger Ausführung führen als bei Brokern mit Zugang zu mehreren Börsen. Das Analysehaus vergibt für ZERO eine Gesamtnote von 2,3 von 5 und stuft ihn als „Tier 2″-Broker ein.

Hinzu kommt: Die Plattform ist ausschließlich auf Deutsch verfügbar, es gibt keine Multiwährungskonten und keine fortgeschrittenen Trading-Werkzeuge wie API-Zugang, Optionen oder Futures.

Für wen eignet sich finanzen.net?

Ob sich finanzen.net lohnt, hängt stark von deinem Anlegertyp ab. Hier eine klare Einordnung:

  • Für Informationssuchende: Das Portal ist hervorragend geeignet. Kostenlose Kurse, Nachrichten und Analysen an einem Ort machen es zur ersten Wahl für die tägliche Marktbeobachtung.
  • Für passive Anleger: finanzen.net ZERO ist bedingt geeignet. Provisionsfreie Sparpläne und eine große ETF-Auswahl sprechen für einfache, langfristige Investments – solange du mit dem Handelsplatz gettex und deutschsprachigen Dokumenten zurechtkommst.
  • Für aktive und internationale Trader: Hier ist ZERO laut Banker on Wheels nicht geeignet. Es fehlen Multiwährungskonten, mehrere Handelsplätze und professionelle Werkzeuge.

Kurz: Wähle das finanzen.net Portal, wenn dir Datenqualität und Recherche wichtiger sind als alles andere. Greife zu ZERO, wenn du günstige, unkomplizierte ETF-Sparpläne suchst – und meide es, wenn du aktiv oder international handeln willst.

Fazit: Ein starkes Portal mit einem soliden, aber begrenzten Broker

finanzen.net hat sich vom reinen Nachrichtenanbieter zu Deutschlands führendem Finanz-Ökosystem entwickelt. Das kostenlose Portal überzeugt mit einer enormen Datenfülle, Echtzeitkursen und starken Analysetools – kein Wunder bei über 35 Millionen monatlichen Besuchen.

Der Neobroker finanzen.net ZERO punktet mit provisionsfreiem Handel und niedrigen Gebühren, ist aber durch die Bindung an einen einzigen Handelsplatz und die reine deutschsprachige Ausrichtung eingeschränkt. Für Einsteiger und passive Sparer eine brauchbare Option, für aktive Trader eher nicht.

Mein Tipp: Nutze das Portal und die App für deine Recherche und Marktbeobachtung – kostenlos und umfangreich. Prüfe für den eigentlichen Handel aber genau, ob ZERO zu deiner Strategie passt, oder ziehe alternative Broker mit mehr Handelsplätzen in Betracht.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ist finanzen.net kostenlos?

Ja. Das finanzen.net Portal und die App sind komplett kostenlos. Finanziert wird das Angebot unter anderem über Werbung, was einige App-Nutzer allerdings als störend empfinden. Der Handel über finanzen.net ZERO ist ebenfalls provisionsfrei, es fällt lediglich eine Fremdwährungsgebühr von 0,25 % an.

Kann ich über finanzen.net Aktien kaufen?

Nicht direkt über das Portal oder die Info-App. Für den Wertpapierhandel benötigst du den separaten Neobroker finanzen.net ZERO. Dort handelst du Aktien, ETFs und Zertifikate ab 0 Euro Ordergebühren.

Wie sicher ist finanzen.net ZERO?

finanzen.net ZERO wird von der BaFin reguliert. Die Anlegerentschädigung liegt bei bis zu 20.000 Euro, Barguthaben sind über die Einlagensicherung bis 100.000 Euro geschützt. Brokerage und Verwahrung übernimmt die regulierte Baader Bank AG.

Was ist der Unterschied zwischen finanzen.net und finanzen.net ZERO?

finanzen.net ist das kostenlose Informationsportal mit Kursen, Nachrichten und Analysen. finanzen.net ZERO ist der separate Neobroker der Gruppe, über den du tatsächlich Wertpapiere handeln kannst. Beide gehören zur finanzen.net Group, erfüllen aber unterschiedliche Zwecke.

In welchen Ländern ist finanzen.net ZERO verfügbar?

finanzen.net ZERO nimmt Kunden aus der gesamten EU und der Schweiz an. Website, App, Support und Verträge sind jedoch ausschließlich auf Deutsch verfügbar. Damit eignet sich der Broker vor allem für deutschsprachige Anleger.