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Miruku: Eine Revolution in der Lebensmitteltechnologie

Miruku Eine Revolution in der Lebensmitteltechnologie
Miruku Eine Revolution in der Lebensmitteltechnologie

Miruku, ein neuseeländisches Unternehmen im Bereich der Lebensmitteltechnologie, setzt seine Innovationen in der molekularen Landwirtschaft ein, um Pflanzenzellen als Minifabriken für die Produktion von Proteinen zu nutzen. Diese Proteine, einschließlich Fette und Zucker, werden traditionell von Tieren hergestellt.

Die Gründer und ihre Vision

Das Unternehmen wurde 2020 von Amos Palfreyman, Ira Bing, Harjinder Singh und Oded Shoseyov ins Leben gerufen. Alle Gründer verfügen über einen fundierten Hintergrund in den Bereichen Molkerei- und Pflanzenwissenschaften. Ihre innovative Technologie für alternative Milchproteine wird derzeit in den Labors und Gewächshäusern von Miruku entwickelt. Durch Partnerschaften im Bereich Forschung & Entwicklung und mit Unternehmen wird angestrebt, die Technologie zu skalieren und weltweit zu implementieren.

Der einzigartige Ansatz von Miruku

Der Ansatz von Miruku unterscheidet sich deutlich von den Wettbewerbern. Statt Präzisionsfermentation zu verwenden, bei der Milchprodukte in Fermentationskammern gebraut werden, setzt Miruku auf die Züchtung und Entwicklung von Pflanzenkulturen. „Wir verwandeln Pflanzenzellen in Milchproteine“, erläutert CEO Palfreyman. Ihre Methode nutzt die Sonnenenergie, um echte Milchbausteine direkt in den Pflanzen zu produzieren.

Die ökologische Wirkung und die Qualität der Produkte

Dieser Ansatz macht Miruku zu einem Vorreiter im Bereich nachhaltiger Lebensmittelproduktion. Das Unternehmen produziert Proteine effizienter als Kühe und trägt somit dazu bei, die Abhängigkeit von der Tierhaltung und die damit verbundenen ökologischen Auswirkungen auf Wasser, Boden und Atmosphäre zu reduzieren.

„Unsere Proteinzutaten ermöglichen die Herstellung von Milchprodukten, die nicht nur wie echte Milchprodukte schmecken und riechen, sondern auch ernährungsphysiologisch äquivalent sind“, betont Palfreyman. Diese Zutaten können bei der Herstellung und beim Backen von Produkten wie Käsekuchen oder Pecorino-Käse verwendet werden und liefern den Körpern der Verbraucher die gleichen essentiellen Aminosäuren.

Technische Herausforderungen und Skalierbarkeit

Die größte Herausforderung für Miruku besteht darin, Pflanzen so zu programmieren, dass sie Säugetierproteine auf eine Weise produzieren, die ihre Struktur und Funktion bewahrt. Trotz dieser technischen Hürden ist Palfreyman zuversichtlich, dass die Skalierung relativ einfach sein wird, sobald eine Pflanze entwickelt wurde, die die Zielproteine ausdrückt. Mirukus Einsatz von Computerbiologie und technoökonomischen Analysen zur Modellierung optimaler Expressionsniveaus wird sich laut Palfreyman als Schlüssel zur Skalierbarkeit erweisen.

Obwohl sich Miruku noch in der Entwicklungsphase befindet, strebt Palfreyman an, dass die Proteine des Unternehmens innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre auf dem kommerziellen Markt zum Einsatz kommen. Vorher wird es jedoch Prototypen und Nachweise des Konzepts geben. Palfreyman erwartet, dass das erste Produkt wahrscheinlich in Partnerschaft mit einem etablierten Lebensmittelunternehmen auf den Markt kommen wird, wobei Miruku die Protein-Komponente bereitstellt.

Positionierung in der Lebensmitteltechnologie-Branche

Palfreyman positioniert Miruku als das erste Molkerei-Startup in der Region Asien-Pazifik, das Milchalternativen produziert. Dabei reiht sich das Unternehmen in die Riege anderer globaler Akteure ein, die ebenfalls molekulare Landwirtschaft betreiben, wie Nobel-Lebensmittelmacht, NotCo, Climax Foods und Perfect Day. Diese Unternehmen streben alle danach, einen Teil des über 500 Milliarden US-Dollar schweren Milchmarkts zu erobern.

Finanzierung und Wachstum von Miruku

Miruku wurde in den ersten 18 Monaten durch Eigenfinanzierung der Gründer betrieben und hat nun eine Startfinanzierung von 2,4 Millionen US-Dollar gesichert. Die Investition wurde von Movac geleitet und umfasst Better Bite Ventures, Ahimsa Investments und den Aspire Fund. Dieses Kapital ermöglicht es Miruku, nach den Worten von Palfreyman, „ernsthaft zu skalieren“.

Zukunftspläne und Erwartungen

Mit dem neuen Kapital plant das Unternehmen, mehr Technologiepersonal einzustellen, Partnerschaften aufzubauen und seine Entwicklungsprogramme zu beschleunigen. Miruku hat seine Belegschaft in diesem Jahr bereits verdoppelt und Palfreyman erwartet ein ähnliches Wachstum in den kommenden Jahren.

Das Unternehmen hat bereits bei großen Lebensmittelunternehmen Fuß gefasst, die mit Miruku zusammenarbeiten, um gemeinsam Produkte zu entwickeln. Zudem wird das Unternehmen Entwicklungsprogramme in verschiedenen Regionen starten, die sowohl Umwelt- und Klimaaspekte als auch Produkttypen und Partnerschaften mit Produzenten, Formulierern und Marken in den Fokus nehmen.

Trotz des noch jungen Alters von Miruku sieht CEO Palfreyman das Unternehmen auf einem guten Weg. „Man kann durchaus sagen, dass wir immer noch ein Start-up-Unternehmen sind, aber es ist nicht weniger zutreffend zu sagen, dass wir schnell wachsen und bei strategischen Partnern in der Nähe der Verbrauchermärkte immer beliebter werden“, fügte Palfreyman hinzu.

Für die Zukunft sind seine Erwartungen klar: „Innovation und Wachstum erfordern Zugang zu Kapital, und da wir gerade unsere erste institutionelle Finanzierungsrunde abgeschlossen haben, erwarten wir in nicht allzu ferner Zukunft einen deutlichen Wachstumsschub.“

Aussicht

Mit seinem einzigartigen Ansatz zur Proteinherstellung, einer soliden Finanzierung und einem engagierten Team ist Miruku gut positioniert, um die Lebensmittelindustrie zu revolutionieren. Es bleibt abzuwarten, wie das Unternehmen seine ambitionierten Pläne umsetzen wird und welchen Einfluss es auf den globalen Milchmarkt haben wird. Was jedoch bereits klar ist, ist, dass Miruku bestrebt ist, die nachhaltige Produktion von Lebensmitteln zu fördern und dabei Produkte zu liefern, die in Geschmack und Ernährungswert mit traditionellen Milchprodukten konkurrieren können.

Konkurrenz und Herausforderungen auf dem Markt

Miruku ist nicht das einzige Unternehmen, das den Milchmarkt erobern will. Andere Start-ups wie Better Dairy, EVERY, Perfeggt und Stockheld Dreamery haben in den letzten sechs Monaten erhebliche Finanzmittel aufgebracht. Better Dairy, das Käse nach dem Präzisionsfermentationsmodell herstellt, sammelte im Februar 22 Millionen US-Dollar. EVERY, das Pflanzen zur Herstellung von Eiern verwendet, sicherte sich im Dezember 175 Millionen Dollar. Perfeggt, das ebenfalls Eier aus Pflanzen herstellt, kündigte im November 2,8 Millionen US-Dollar an und verlängerte seinen Saatzyklus auf 3,9 Millionen $ in diesem Monat. Und Stockheld Dreamery, das Käse aus Hülsenfrüchten herstellt, sicherte sich im September 20 Millionen US-Dollar.

Diese Unternehmen stellen eine direkte Konkurrenz für Miruku dar und zeigen, dass der Markt für alternative Milchprodukte hart umkämpft ist. Palfreyman ist sich dieser Herausforderung bewusst und sieht die Notwendigkeit, ein hohes Maß an Innovation und technischer Expertise aufrechtzuerhalten, um auf diesem Markt erfolgreich zu sein.

Abschließender Ausblick

Das Potenzial von Miruku ist unbestritten, ebenso wie die Herausforderungen, die vor ihm liegen. Mit einem starken Team, soliden Finanzen und einer innovativen Technologie scheint das Unternehmen jedoch gut gerüstet zu sein, um diese Herausforderungen zu meistern und seinen Platz in der Lebensmittelindustrie zu behaupten. Dabei bleibt das ultimative Ziel von Miruku klar: Die Schaffung nachhaltiger, tierfreier Milchprodukte, die nicht nur gut schmecken, sondern auch einen positiven Beitrag zur Umwelt leisten.

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