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Martin Dibobe: Biographie, Kampf und mehr

Martin Dibobe, ursprünglich bekannt als Quane a Dibobe, wurde am 31. Oktober 1876 in Bonapriso, Kamerun, geboren und ist vermutlich nach 1922 in Liberia verstorben. Sein Weg von einem Vertragsarbeiter in der Völkerschau zu einem bekannten Zugführer und Bürgerrechtler in Berlin ist ein Zeugnis für seine Unverwüstlichkeit und Entschlossenheit.

Martin Dibobe, ein Name, der nicht sehr bekannt ist, dessen Lebensgeschichte aber nichts weniger als bemerkenswert ist. Martin Dibobes Weg führte ihn von einem Teilnehmer an einer afrikanischen Dorfausstellung in Berlin zu einem Fürsprecher für soziale Gleichheit und Rechte für die Menschen in den deutschen Kolonien.

Eine Reise voller Kämpfe und Triumphe

Martin Dibobes erste Jahre in Berlin waren von Herausforderungen und Diskriminierung geprägt. Trotz der Ausbeutung als „Ausstellungsstück“ in einer afrikanischen Vitrine während der Berliner Messe 1896 weigerte sich Dibobe, sich entmenschlichen zu lassen, und fand schließlich seinen Platz in Berlin als Facharbeiter. Er nutzte seine Position, um sich gegen die Unterdrückung der afrikanischen Bevölkerung in den deutschen Kolonien auszusprechen.

Ein Katalysator für den Wandel

Dibobes Leidenschaft für Gerechtigkeit und Gleichheit machte ihn zu einer Schlüsselfigur der panafrikanischen Bewegung, die sich für die Rechte der unter Kolonialherrschaft lebenden Afrikaner einsetzte. Er organisierte Versammlungen, schrieb Artikel und hielt Reden über die Bedeutung von Selbstbestimmung und Gleichbehandlung aller Rassen.

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Martin Dibobe

Ein Mann mit Prinzipien

Dibobes Engagement für soziale Gerechtigkeit und Gleichberechtigung brachte ihn dazu, sich den Sozialdemokraten in Deutschland anzuschließen. Er setzte sich für die Rechte der afrikanischen Bevölkerung ein und forderte nach dem Ersten Weltkrieg die Wiederherstellung der deutschen Kolonien. Sein Glaube an Selbstbestimmung und Selbstbestimmung für alle Menschen spiegelt sich in seinen Taten und Worten wider.

Frühes Leben in Kamerun

Er wurde als Quane a Dibobe geboren, als Sohn des örtlichen Bürgermeisters Kwane Dibobe und seiner Frau Ollo, auch bekannt als Mudumbu, die der ethnischen Gruppe der Duala angehörte. Deutsche Missionare gaben ihm später den Namen Martin Dibobe.

Sein Vater spielte eine Rolle beim Abschluss des ersten Schutzvertrags mit Kamerun im Jahr 1884, der den Beginn der deutschen Kolonialherrschaft markierte. Dibobe erhielt eine vierjährige Ausbildung an einer Gemeinschaftsschule in Kamerun, bevor er von 1894 bis 1896 in der Marine diente.

Das Leben in Berlin

Ausstellung in der Völkerschau

1896, im Alter von 20 Jahren, kam Martin Dibobe zusammen mit 95 Afrikanern, die mit dem Versprechen auf Bildungschancen angeworben worden waren, in Berlin an. Als Vertreter Kameruns für die Kolonialausstellung auf der Berliner Gewerbeausstellung 1896 im Treptower Park wurde er ab April 1896 für sechs Monate als menschliches Exponat ausgestellt. Diese Exponate sollten den afrikanischen Alltag in eigens errichteten afrikanischen Dörfern darstellen, obwohl das kalte Berliner Wetter für Unbehagen und Krankheit bei den Besuchern sorgte.

Neben der Ausstellung unterzog sich Dibobe verschiedenen Untersuchungen. Die Charité führte Messungen für die Rassentheorie durch und beschrieb Dibobe als „groß, kräftig, wohlgenährt“, mit glänzendem braun-schwarzem Haar in engen Spiralen und einer etwas rötlichen Unterlippe. Das Seminar für Orientalische Sprachen analysierte seine Sprache, während der Ethnologe Felix von Luschan Dibobe aufgrund seiner körperlichen Merkmale kontrovers als „echten Hosennigger“ bezeichnete.

Martin Dibobe

Nach dem Ende der Gewerbeausstellung im Oktober 1896 entschied sich Dibobe, in Berlin zu bleiben und eine Lehre als Schlosser bei der Firma Conrad Schultz in Strausberg zu absolvieren. Anfang 1900 verlobte er sich mit Helene Noster, der Tochter von Franz Noster, ihrem Vermieter, und heiratete schließlich am 12. Januar 1901, nachdem der Basler Missionspriester in Kamerun Dibobes Identität bestätigt hatte.

Beschäftigung bei der Hochbahn

Nach Abschluss seiner Lehre erhielt Dibobe eine Stelle als Aufseher bei den Siemenswerken, wo er an der Herstellung von Gitterrosten für die Berliner Hochbahn (heute U1) arbeitete. Fasziniert von den Fortschritten in der Eisenbahnindustrie, absolvierte er eine Ausbildung zum Zugführer. Nach erfolgreicher Prüfung wurde er am 20. April 1902 bei der Berliner Hochbahn eingestellt.

Zunächst als Zugbegleiter und Schaffner tätig, stieg er schnell zum Lokomotivführer erster Klasse auf und erlangte so den Status eines Staatsbeamten. Im Rückblick auf seine Laufbahn betonte er: „Durch Fleiß und vorbildliches Verhalten habe ich mir eine Vertrauensstellung erworben und bin seit 1902 ohne Unterbrechung Lokomotivführer erster Klasse.“

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Politisches Engagement

1906/07 wurde Martin Dibobe von der kaiserlichen Regierung nach Kamerun entsandt, um beim Eisenbahnbau und der Friedenssicherung zu helfen. Seine Reise vom Hamburger Hafen am 13. September 1906 an Bord des Dampfschiffs Frieda Woermann führte ihn zurück nach Douala, seiner Heimatstadt. Dort machten Stammeshäuptlinge in einem Brief an den Reichstag auf koloniale Misshandlungen, Zwangsarbeit und Landraub aufmerksam. Dibobe, der von den Sozialdemokraten beeinflusst war, setzte sich für den Sozialismus ein.

Tragischerweise verstarb seine Frau Helene am 2. April 1910 im Alter von 37 Jahren in einer Privatklinik in der Derfflingerstraße 21. Drei Jahre später, am 8. September 1913, heiratete Dibobe Rosalie Amalie Adelheid Auguste Bennewitz, Tochter des Fischermeisters Michael Bennewitz.

Dibobes Beiträge zur Berliner Eisenbahn brachten ihm lokalen Ruhm ein, und nach dem Ersten Weltkrieg setzte er sich für die Wiederherstellung der deutschen Kolonien in Afrika ein. Er schloss sich offen den deutschen Sozialdemokraten und der Liga für Menschenrechte an und setzte sich für die Gleichberechtigung der Afrikaner ein.

Martin Dibobe google doodle
Martin Dibobe google doodle

Am 27. Juni 1919 legte Dibobe eine Petition vor, in der er die Bürgerrechte in den deutschen Kolonien forderte, bekannt als Dibobe-Petition oder 32-Punkte-Programm. Zu den Forderungen gehörten Gleichheit, Freiheit, Bildungschancen, Anerkennung der Ehe, Abschaffung von Strafmaßnahmen, Handelsfreiheit und ein Ende der Enteignung. Trotz der Petition an das Reichskolonialministerium und die Weimarer Nationalversammlung blieb die Regierung unbeeindruckt.

Als Dibobe 1919 einen Kredit beantragte, um mit seiner wachsenden Familie nach Hause zu reisen, lehnte man ihn wahrscheinlich aufgrund seines politischen Engagements ab, was zu seiner Entlassung als Lokführer führte. Politische Reisen wie die von Dibobe veranlassten den Deutschen Afrikadienst, am 10. Februar 1923 eine Anweisung zu erlassen, in der die Kontrolle von Rückreisen und unerwünschten Besuchen betont wurde.

Weitere persönliche Veränderungen ergaben sich, als sich Dibobe am 6. Januar 1920 von seiner zweiten Frau scheiden ließ und am 20. März 1920 Alma Hedwig Helene Rodmann heiratete.

Rückreise nach Afrika

1922 entschied er sich, mit seiner Familie nach Afrika zurückzukehren und die Kosten für die Reise zu tragen. Auf ihrer Reise machten sie einen Zwischenstopp in Douala, Kamerun, um sich um Eigentumsangelegenheiten zu kümmern.

Leider verweigerte ihnen die britisch-französische Mandatsregierung die Einreise, da sie eine mögliche pro-deutsche Revolte befürchteten. Daraufhin reiste die Familie Dibobe zu Martin Dibobes Verwandten in Liberia. In der Hauptstadt Monrovia wurde ihr Verbleib unbekannt, und es wird vermutet, dass er in Liberia verstorben ist.

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Tod von Martin Dibobe

Martin Dibobes Reise zurück in die Heimat stand vor einem großen Hindernis. Trotz seines Wunsches, seine Frau in Kamerun wiederzusehen, machte er sich allein auf den Weg, um die gemeinsame Rückkehr zu ermöglichen.

Die französischen Behörden verweigerten ihm die Einreise, da sie ihn für einen Unruhestifter hielten und mögliche pro-deutsche Unruhen befürchteten. Folglich blieb er auf dem Schiff eingesperrt und war gezwungen, seine Reise nach Liberia fortzusetzen. Der Ausgang dieses Kapitels bleibt unklar. Im Adressbuch der Schönhauser Allee ist ab 1926 eine Witwe namens Dibobe verzeichnet, was darauf hindeutet, dass seine letzten Tage in Liberia verbracht worden sein könnten.

Martin Dibobe Kinder

wir können keine authentischen Aufzeichnungen über seine Kinder finden, außer seiner Frau, die wir oben erwähnt haben.

Berliner Gedenktafel Kuglerstr 44 Prenz Martin Dibobe edited

Martin Dibobes politische Zugehörigkeit

Martin Dibobes starke politische Zugehörigkeit zu den Sozialdemokraten zeigt sich in seinem Eintreten für die Gleichberechtigung der Afrikaner, seinen Bemühungen um die Rückgewinnung der deutschen Kolonien nach dem Ersten Weltkrieg und seinem Plädoyer für Bürgerrechte für Menschen aus den deutschen Kolonien in einer Petition an den Reichstag am 27. Juni 1919. Seine Haltung zur Wiederherstellung der deutschen Kolonien war nicht von Nationalismus, sondern von sozialen Erwägungen geleitet.

In einem Brief an Reichskolonialminister Bell vom 22. Mai 1919 betonte er, dass es wichtig sei, sich der derzeitigen sozialen Regierung anzuschließen und sich nicht einer anderen Nation zu unterwerfen. Vor dem Abschluss der Friedensverhandlungen bekräftigte er sein Bekenntnis zur Sozialrepublik und forderte die deutsche Regierung auf, den Vertrag von 1884 über die Autonomie Kameruns einzuhalten. Martin Dibobe reichte zusammen mit anderen Afrikanern eine Petition beim Reichstag ein, in der verschiedene Forderungen erhoben wurden, darunter die Forderung nach Unabhängigkeit und Gleichberechtigung nach dem Vorbild der neuen sozialen Republik in Deutschland.

Die Resolution strahlt Optimismus für ein zukünftiges Kamerun aus, das sich an den Werten der deutschen Republik orientiert, und fordert die Abschaffung der Prügelstrafe, die Umsetzung des Bürgerlichen Gesetzbuchs und die Einführung der Schulpflicht. Außerdem wird in der Petition die Ernennung eines ständigen Vertreters ihrer Gemeinschaft im Reichstag oder in der Nationalversammlung gefordert, wobei Martin Dibobe als Kandidat für diese Rolle vorgeschlagen wird.

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Gedenktafel Wilhelmstr Mitte Wilhelmstrasse

Vermächtnis und Anerkennung

  • Martin Dibobes Beiträge werden durch eine Berliner Gedenktafel und vorgeschlagene Straßennamenänderungen zu seinen Ehren gewürdigt.
  • Seine Geschichte wirft ein Licht auf die Widerstandsfähigkeit und das Engagement von Menschen aus der afrikanischen Diaspora in schwierigen historischen Kontexten.

Martin Dibobes Vermächtnis regt weiterhin zu Diskussionen über Kolonialgeschichte, Rassenunrecht und das Streben nach Bürgerrechten an. Seine Geschichte erinnert an den Mut und die Entschlossenheit derjenigen, die trotz aller Widrigkeiten für Gleichberechtigung gekämpft haben.

Martin Dibobes Mut und Entschlossenheit ebneten den Weg für künftige Bürgerrechtsaktivisten in Deutschland. Seine Bemühungen trugen dazu bei, dass sich die Einstellung gegenüber farbigen Menschen änderte, und lösten Gespräche über soziale Gerechtigkeit und Gleichberechtigung aus.

Trotz der Hindernisse, denen er bei seinem Streben nach Gerechtigkeit ausgesetzt war, lebt das Vermächtnis von Martin Dibobe weiter. Sein Einsatz für eine bessere Zukunft für alle Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft, wird mit einem Denkmal an der U-Bahn-Station Hallesches Tor und einer Gedenktafel an seinem ehemaligen Wohnhaus in der Kuglerstraße 44 gewürdigt.

Martin Dibobes Geschichte erinnert uns daran, wie wichtig es ist, für das Richtige einzutreten, selbst im Angesicht von Widrigkeiten. Sein Mut und seine Entschlossenheit, für die Gleichberechtigung zu kämpfen, inspirieren uns weiterhin dazu, uns für eine bessere und integrativere Gesellschaft einzusetzen.

Emilia Finn
Emilia Finnhttps://dutchbullion.de
Ich bin Emilia Finn, eine engagierte Expertin für Filme, Prominente, Serien, Biografien und Lifestyle. Mit einer angeborenen Leidenschaft für das Erzählen von Geschichten analysiere ich die Feinheiten der Filmindustrie und biete Einblicke in die neuesten Veröffentlichungen und Kinotrends. Mein Fachwissen erstreckt sich auch auf die Erstellung fesselnder Biografien, in denen ich das faszinierende Leben berühmter Persönlichkeiten enträtsele. Jenseits von Glanz und Glamour befasse ich mich mit Lifestyle-Themen und fange die Essenz des modernen Lebens ein. Als engagierte Geschichtenerzählerin ist es mein Ziel, den Lesern ein tiefes Verständnis für ihre Lieblingsstars zu vermitteln und ihnen eine einzigartige Mischung aus Unterhaltung und Lifestyle zu bieten.

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