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Donnerstag, Juli 25, 2024

Stock Market: Anstieg des Lufthansa-Aktienkurses

Die Aktionäre der Lufthansa dürfen sich aktuell freuen: Der Aktienkurs ist um 2,89 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum gestrigen Schlusskurs hat die Aktie um 17 Cent zugelegt. Derzeit wird die Aktie an der Börse mit 5,92 Euro bewertet. Im Vergleich zum Gesamtmarkt schneiden die Lufthansa-Aktien gut ab.

Der MDAX ist aktuell um 0,90 Prozent im Vergleich zum letzten Kurs des vorherigen Handelstages gestiegen und steht bei 25.353 Punkten. Der heutige Lufthansa-Kurs ist bei weitem nicht der höchste in der Börsenhistorie der Aktie. Am 4. Januar 2018 war die Aktie genau 16,39 Euro mehr wert.

Das Unternehmen Lufthansa

Die Deutsche Lufthansa AG ist ein weltweit operierendes Luftfahrtunternehmen. Es agiert in drei Segmenten: Passagierfluggesellschaften, Logistik, und Catering. Im letzten Geschäftsjahr erzielte die Lufthansa einen Gewinn von 1,92 Milliarden Euro. Der Umsatz belief sich auf 35,44 Milliarden Euro.

Performance der Konkurrenzaktien

UnternehmenKursPerformanceMarktkapitalisierung
Lufthansa5,92 €+2,89%7,07 Milliarden €
easyJet Airline5,41 €+3,01%4,10 Milliarden €
Air France-KLM8,36 €+1,80%2,15 Milliarden €
International Consolidated Airlines Group SA1,99 €+2,57%9,81 Milliarden €
Ryanair16,56 €+2,25%18,9 Milliarden €

Expertenmeinungen zur Lufthansa-Aktie

Die DZ Bank hat den fairen Wert der Lufthansa-Aktien von 9,00 auf 7,50 Euro gesenkt, die Bewertung jedoch auf „Kaufen“ belassen. „Das Gewinnziel für 2024 scheint zunehmend ehrgeizig“, schrieb Analyst Dirk Schlamp am Dienstag in seiner Vorschau auf einen Quartalsbericht, der wahrscheinlich „gedämpft in Bezug auf die Gewinne“ sein wird. Der Experte rechnet nicht mehr mit dem vom Unternehmen angestrebten bereinigten Betriebsergebnis von 2,2 Milliarden Euro, sondern kalkuliert mit 1,9 Milliarden Euro.

Warum steht der Aktienmarkt der Lufthansa kritisch gegenüber?

Obwohl der deutsche Konzern wieder Gewinn macht – und viel Gewinn – läuft es für die Aktien an der Börse schlecht. Warum werden die Lufthansa Group und ihre Aktien von der Börsengemeinschaft so kritisch betrachtet?

An Silvester 2017 hatten die Aktionäre der Lufthansa Group doppelten Grund zur Freude. Nicht nur begann ein neues Jahr, der Aktienkurs hatte gerade ein Rekordhoch von mehr als 22 Euro erreicht. Seitdem hat sich viel verändert. Der Aktienkurs des Konzerns notiert derzeit an der deutschen Börse bei lediglich 5,75 Euro.

Seit diesem Rekord hat die Lufthansa Group fast drei Viertel ihrer Marktkapitalisierung verloren. Der gesamte Konzern ist jetzt weniger als sieben Milliarden Euro wert. Ein Vergleich des Marktwertes mit der Flotte zeigt, wie wenig das ist. Für jedes der 643 Flugzeuge, die der Konzern selbst besitzt, zahlt man durchschnittlich nur 11 Millionen Euro. Und alles andere – Gebäude, Marken, Streckenrechte und so weiter – ist im Prinzip kostenlos dabei.

Schlechtere Performance als der Durchschnitt

Einziger Trost ist, dass die Konkurrenten der Lufthansa Group seit dem Ende der Corona-Krise noch schlechter abgeschnitten haben. Seit Anfang 2022 ist der Aktienkurs des deutschen Konzerns um sieben Prozent gefallen, aber der seines französisch-niederländischen Konkurrenten Air France-KLM um 52 Prozent. Im Durchschnitt haben allerdings die Fluggesellschaftsaktien im MSCI World Airlines Index nur etwa zwei Prozent verloren.

Es gibt jedoch auch andere Beispiele. Die Muttergesellschaft von British Airways und Iberia, IAG, ist in den letzten zweieinhalb Jahren um 17 Prozent gewachsen, und Ryanair um 8 Prozent. Die Prognosen der Börsenexperten für die Lufthansa Group sind ebenfalls nicht besonders gut. Der Anteil der Analysten, die den Kauf der Aktie empfehlen, ist zuletzt merklich gesunken. Die einflussreiche Investmentbank JP Morgan hat sogar eine Verkaufsempfehlung abgegeben.

ITA-Übernahme, Tarifabschlüsse, wirtschaftlicher Abschwung

Warum wird die Lufthansa Group vom Aktienmarkt so negativ bewertet? Es ist wahrscheinlich ein Cocktail aus verschiedenen Elementen. Unter anderem musste der deutsche Konzern bei der Übernahme von ITA Airways deutlich größere Zugeständnisse machen als erhofft. Dies mindert zumindest kurzfristig die Attraktivität des Unternehmens.

Zuletzt musste das Unternehmen nach Streiks auch verschiedene Tarifabschlüsse unterzeichnen, die die Kosten erhöhten. Investoren mögen das nicht. Hinzu kommt, dass Deutschland als der kranke Mann Europas gilt. Die wirtschaftliche Stimmung im Land ist gedämpft. Das Ifo-Institut hat kürzlich seine Wachstumsprognosen für Deutschland für 2024 verdoppelt. Aber selbst ein Anstieg von 0,4 Prozent ist nicht besonders beeindruckend. Für 2025 wird ein Wachstum von 1,5 Prozent erwartet. Die EU-Kommission ist noch pessimistischer und erwartet für 2025 einen Anstieg von nur 1 Prozent für Deutschland. Damit ist Deutschland klar abgeschlagen am Ende der Liste innerhalb der Europäischen Union.

Die deutsche Luftfahrtbranche erholt sich zudem viel langsamer als anderswo. Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) erklärte kürzlich, dass die Bundesrepublik von den Zahlen vor der Pandemie noch weit entfernt ist. Bis zum Sommer wird das Land nur 85 Prozent der Passagierzahlen von 2019 erreichen. Ein schwacher Heimatmarkt ist für eine Fluggesellschaft nie gut.

Aber das Unternehmen hat auch Fehler während der Pandemie gemacht. Aufgrund der gefährlichen Liquiditätssituation wurde das Serviceangebot manchmal zu stark zurückgefahren. Das ermöglichte der weniger radikalen Konkurrenz, Kunden zu gewinnen. Einige kamen nie zurück. Außerdem wurden wahrscheinlich zu viele Jobs hier und dort abgebaut, die jetzt mühsam wieder aufgebaut werden müssen – was den Servicesektor unter Druck setzt.

Eurowings verhindert Streiks

Nach den Verlusten der vergangenen Wochen – auf Monatsbasis summierten sich die Verluste auf elf Prozent – hat die Lufthansa-Aktie zumindest die neue Handelswoche gut begonnen. Am Montagnachmittag gab es einen Gewinn von mehr als einem Prozent, was für etwas Erleichterung sorgte. Unterdessen können sich Urlauber auf Mallorca ebenfalls freuen.

Die Fluggesellschaft Eurowings hat Streiks ihres Bodenpersonals am Flughafen Palma abgewendet. Wie das Unternehmen in Köln mitteilte, wurde kürzlich eine Einigung bei der Tochtergesellschaft „Wings Handling“ erzielt. Dies soll die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter verbessern und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens berücksichtigen. Die Vereinbarung gilt für zwei Jahre.

Die Gewerkschaft GVA hatte die 265 Mitarbeiter zunächst zu Arbeitskampfmaßnahmen ab dem 1. Juli aufgerufen. Dies hätte die Abfertigung von Hunderten von Flügen nach Mallorca während der Hochsaison gefährdet. Eurowings versprach unter anderem, Teilzeitverträge umzuwandeln und zusätzlichen Urlaubsanspruch im Sommer zu gewähren. Die Lufthansa-Tochter fliegt mit Abstand die meisten Verbindungen von Deutschland zur Baleareninsel.

Die Lufthansa-Aktie legte am Montag um etwa ein Prozent auf 5,77 Euro zu und überschritt vorübergehend die kurzfristige Abwärtstrendlinie, die bei etwa 5,80 Euro verläuft. Um mehr Stabilität in charttechnischer Hinsicht zu gewährleisten, müsste die MDAX-Aktie dann die psychologisch wichtige 6-Euro-Marke zurückerobern. Der GD50 (derzeit 6,38 Euro) oder der horizontale Widerstand bei etwa 6,54 Euro würden dann im Weg stehen.

Fazit

Die Lufthansa-Aktie zeigt eine positive Entwicklung, doch der Weg zur Stabilität ist noch weit. Das Unternehmen steht vor vielen Herausforderungen, sowohl intern als auch extern, die die Bewertung und Erwartungen der Aktionäre und Analysten beeinflussen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Lufthansa Gruppe ihre Strategien anpassen und die Hindernisse überwinden kann, um langfristiges Wachstum und Stabilität zu gewährleisten.

Ehsaan Batt
Ehsaan Batthttps://enexseo.com
Ich bin Ehsaan Batt, ein erfahrener Autor und Schriftsteller mit Schwerpunkt auf Wirtschaft, Technologie und Finanzen. Meine Leidenschaft ist es, komplexe Themen zu enträtseln und fesselnde Geschichten zu verfassen, die die Leser befähigen und aufklären. Mein Ziel ist es, die Kluft zwischen Experten und Enthusiasten zu überbrücken und komplizierte Themen für alle zugänglich zu machen. Mit meiner Arbeit möchte ich neugierige Menschen inspirieren und einen bleibenden Eindruck bei ihnen hinterlassen.

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