Hagerty Gold Clean im Test: Der Wellness-Urlaub für Ihren Goldschmuck

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A professional display of Hagerty Gold Clean jewelry cleaning products, featuring a black box and jar alongside several gold rings and a necklace resting on a black polishing cloth atop a marble surface.
A professional display of Hagerty Gold Clean jewelry cleaning products, featuring a black box and jar alongside several gold rings and a necklace resting on a black polishing cloth atop a marble surface.

Als Technik- und Produktrezensent habe ich oft mit High-Tech-Gadgets zu tun, bei denen es um Nanometer und Gigahertz geht. Doch manchmal liegt die wahre technische Herausforderung in der Chemie des Alltags. Heute widme ich mich einem Produkt, das verspricht, den Glanz alter Zeiten zurückzubringen – und zwar buchstäblich.

Vor mir steht das Hagerty Gold Clean (Modell ASIN B00B0BF2P6), ein spezialisiertes Tauchbad für Gelb-, Rot- und Weißgold. Wer Goldschmuck besitzt, kennt das Problem: Hautcremes, Seifenreste und die unvermeidliche Oxidation lassen den einst strahlenden Ring oder die Kette stumpf und leblos wirken. Hagerty, eine Schweizer Marke mit Wurzeln bis ins Jahr 1895, verspricht hier Abhilfe in nur zwei Minuten.

Ist das reine Alchemie oder solide Wissenschaft? Ich habe das Tauchbad in meinem Testlabor (auch bekannt als mein Badezimmer) auf die Probe gestellt.

Spezifikationen & Erster Eindruck

Bevor wir zur Tat schreiten, ein Blick auf die “Hardware”.

  • Produkt: Hagerty Gold Clean (Schmuck-Tauchbad)
  • Inhalt: Typischerweise 170 ml (einige Chargen variieren leicht, aber die Dose ist identisch)
  • Zielgruppe: Gelbgold, Weißgold, Roségold
  • Ausstattung: Integrierter Tauchkorb, Weithals-Dose
  • Chemische Basis: Enthält Tenside und Netzmittel; nicht für poröse Edelsteine geeignet.
hagerty gold clean jewelry cleaner display 1

Die Dose selbst wirkt unscheinbar, fast medizinisch. Beim Aufschrauben fällt sofort der integrierte Tauchkorb auf. Das ist ein entscheidendes Design-Feature. Niemand möchte mit den Fingern in einer chemischen Reinigungslösung fischen, um einen kleinen Ohrstecker zu retten. Der Korb lässt sich an einem Stiel herausheben, was die Handhabung extrem vereinfacht.

Der Geruch? Überraschend mild. Wer die beißenden Silberbäder kennt, die oft nach faulen Eiern (Schwefel) riechen, wird hier positiv überrascht sein. Es riecht chemisch, ja, aber eher seifig und parfümiert, nicht aggressiv.

Der Härtetest: Anwendung & Performance

Für meinen Test habe ich zwei “Patienten” ausgewählt:

  1. Einen 585er Gelbgold-Ring, der durch tägliches Tragen, Händewaschen und Handcreme seinen Glanz fast vollständig verloren hatte.
  2. Eine filigrane Weißgold-Kette, die in den Kettengliedern dunkle Ablagerungen aufwies.

Schritt 1: Das Bad

Die Anwendung ist denkbar einfach, fast schon “Plug & Play”. Ich legte den Ring und die Kette in den Korb und senkte ihn in die rosafarbene Flüssigkeit. Wichtig: Hagerty empfiehlt eine Einwirkzeit von 2 Minuten.

Pro-Tipp: Ich habe den Korb in der Flüssigkeit leicht geschwenkt. Das hilft, die Netzmittel auch in die kleinsten Ritzen der Kettenglieder zu spülen.

Schritt 2: Das Abspülen

Nach exakt zwei Minuten hob ich den Korb heraus. Die Flüssigkeit perlt gut ab. Der nächste Schritt ist essenziell: Gründliches Abspülen unter fließendem, lauwarmem Wasser. Wer hier spart, riskiert Hautreizungen oder chemische Rückstände am Schmuck.

Schritt 3: Das Ergebnis

Nach dem Abtrocknen mit einem weichen Tuch (Hagerty bietet hierfür spezielle Tücher an, aber ein sauberes Mikrofasertuch tut es auch) war der Unterschied frappierend.

  • Der Gelbgold-Ring: Der Fettfilm und die Seifenreste waren restlos verschwunden. Das Gold hatte jenen warmen, tiefen Glanz zurückgewonnen, den es beim Kauf hatte. Besonders beeindruckend war, dass auch die Unterseite der Fassung, wo sich oft Schmutz sammelt, sauber war. Das Tauchbad kommt eben überall hin, wo ein Tuch versagt.
  • Die Weißgold-Kette: Hier war das Ergebnis gut, aber man muss realistisch bleiben. Der Schmutz war weg, die Kette funkelte wieder. Aber: Wenn die Rhodinierung (die weiße Beschichtung auf Weißgold) mechanisch abgenutzt ist, kann auch dieses Bad sie nicht zurückzaubern. Es reinigt, es repariert nicht. Dennoch wirkte die Kette deutlich heller und frischer.

Was man NICHT tun sollte (Sicherheitshinweise)

Hier wird es kritisch. In meiner Recherche und Analyse der Inhaltsstoffe wurde klar: Dies ist ein Spezialwerkzeug, kein Allzweckreiniger.

  1. Keine Perlen oder Korallen: Die chemische Lösung ist für Metalle und harte Steine (Diamanten, Saphire, Rubine) optimiert. Poröse organische Steine wie Perlen, Opale oder Korallen können durch das Bad stumpf werden oder sich verfärben. Für diese gibt es das “Fine Stones”-Bad.
  2. Nicht für Modeschmuck: Wenn Ihr “Gold” nur eine dünne Auflage auf Kupfer ist, kann das Bad funktionieren, aber bei beschädigter Beschichtung könnte das Basismetall reagieren. Ich empfehle es primär für echtes Gold (333er, 585er, 750er).
  3. Zeitlimit beachten: “Viel hilft viel” gilt hier nicht. Lassen Sie den Schmuck nicht über Nacht drin. 2-3 Minuten reichen völlig.

Detaillierte Vor- und Nachteile

Pro:

  • Tiefenreinigung: Entfernt Schmutz an Stellen, die man mit Poliertüchern nie erreicht (z.B. zwischen Diamantfassungen).
  • Ergonomie: Der Tauchkorb ist ein “Gamechanger” für kleine Teile wie Ohrstecker.
  • Geschwindigkeit: In unter 3 Minuten zum fertigen Ergebnis.
  • Schonung: Keine abrasiven Schleifpartikel, d.h. es wird kein Gold abgetragen (im Gegensatz zu aggressiven Polierpasten).

Contra:

  • Spezialisierung: Man braucht wirklich separate Bäder für Silber und Gold. Das Silberbad ist zu aggressiv für Gold, und das Goldbad entfernt Silbersulfid (das Schwarzwerden bei Silber) nicht effektiv.
  • Preis: Für ca. 170 ml ist der Preis gehoben, allerdings hält die Lösung sehr lange, da man sie immer wieder verwendet.
  • Keine Kratzerentfernung: Das Bad reinigt chemisch. Kratzer sind mechanische Schäden – diese bleiben natürlich bestehen.

Fazit: Lohnt sich der Kauf?

Nach meinem Test steht fest: Das Hagerty Gold Clean ist das Äquivalent zu einer professionellen Zahnreinigung für Ihren Schmuck. Es ersetzt nicht den Juwelier, wenn es um Reparaturen oder neue Rhodinierungen geht, aber für die regelmäßige Pflege zu Hause ist es unschlagbar.

Besonders für Menschen, die ihren Goldschmuck täglich tragen (Eheringe!), ist dieses Produkt ein Muss. Der Grauschleier aus Seife und Creme verschwindet sofort, und die Brillanz von Diamanten wird durch die Entfettung massiv gesteigert.

Wenn Sie also in Ihre Schmuckschatulle schauen und denken “Der war mal schöner”, dann ist dieses kleine rosa Bad genau die richtige Investition. Achten Sie nur penibel darauf, keine Perlen hineinzuwerfen.

Meine Wertung:
⭐⭐⭐⭐⭐ (5/5 Sternen für die Reinigungsleistung bei echtem Gold)
⭐⭐⭐⭐☆ (4/5 Sternen für Preis-Leistung)

Hinweis: Stellen Sie sicher, dass Sie beim Kauf genau auf das Etikett achten – verwechseln Sie “Gold Clean” nicht mit “Silver Clean” oder “Jewel Clean”.

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