BREAKING: DAX Prognose Ende 2026 – Der 20.000-Punkte-Schwindel?

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Besorgter Banker analysiert fallende DAX Prognose Ende 2026 und den 20.000-Punkte-Schwindel am digitalen Chart.
Besorgter Banker analysiert fallende DAX Prognose Ende 2026 und den 20.000-Punkte-Schwindel am digitalen Chart.

Die DAX Prognose für Ende 2026 polarisiert: Während institutionelle Analysten ein Kursziel von 21.500 Punkten propagieren, deuten Liquiditätsengpässe und die anhaltende Deindustrialisierung auf hohe Volatilität hin. Die entscheidende Marke liegt bei 20.000 Punkten – ein psychologischer Widerstand, der über den nächsten Super-Zyklus entscheidet.

EILMELDUNG: Die Illusion der Stabilität bröckelt

Die Frankfurter Börse feiert heute Morgen, aber wer genau hinsieht, erkennt die Risse im Fundament. Während die Mainstream-Medien die 20.000-Punkte-Marke als den neuen „Standard“ ausrufen, sehen wir in den Orderbüchern etwas ganz anderes: Institutionelle Verteilungsphasen unter dem Deckmantel des Optimismus. Ich bin hier, um den Lärm zu durchbrechen. Vergessen Sie, was Ihnen Ihr Bankberater erzählt hat. Das hier ist die Realität der DAX Prognose Ende 2026.


Wir schreiben den 7. März 2026. Die Tinte unter den neuesten EZB-Protokollen ist kaum trocken, und die traditionellen Finanzblätter überschlagen sich mit Lobeshymnen auf die „Widerstandsfähigkeit“ der deutschen Wirtschaft. Aber lassen Sie uns ehrlich sein: Ich habe mir die Charts angesehen, und sie schreien nicht „Wachstum“, sie schreien „Geldentwertung“. Als jemand, der lieber Bitcoin in der Cold Wallet hält als Commerzbank-Zertifikate im Depot, sehe ich den DAX nicht als Barometer für wirtschaftliche Stärke, sondern als Maßstab für die Flucht aus dem Euro.

Wie hoch wird der DAX im Jahr 2026 stehen?

Die Gretchenfrage, die mir jeder stellt, vom Taxifahrer bis zum Hedgefonds-Manager: Brechen wir durch? Die DAX Prognose 20000 Punkte Marke ist längst kein technisches Ziel mehr, sie ist ein politisches Schlachtfeld. Aktuell notiert der Leitindex knapp unter diesem historischen Widerstand. Doch warum tun wir uns so schwer?

Die Antwort liegt nicht in den Unternehmensgewinnen von Siemens oder SAP, sondern in der Liquidität. Die Zentralbanken haben versucht, die Zinswende zu managen, ohne das System crashen zu lassen. Das Ergebnis? Ein „Melt-Up“ Szenario.

Hier sind die harten Zahlen für Ende 2026, basierend auf Liquiditätszyklen, nicht auf Hoffnungen:

SzenarioWahrscheinlichkeitDAX Kursziel Ende 2026Beschreibung
Das Fiat-Schmelzbad (Bullish)45%22.400 – 23.500Inflation bleibt hoch, EZB druckt Geld, Flucht in Sachwerte treibt den Index nominal hoch.
Die Realitäts-Klatsche (Bearish)35%16.800 – 17.500Rezession schlägt voll durch, Unternehmensgewinne kollabieren, Kreditklemme.
Die Seitwärts-Qual (Neutral)20%19.500 – 20.500Politische Pattsituation, Stagnation, der Index bewegt sich nirgendwohin.
Fig 1: Szenarien Vergleich DAX Entwicklung 2026 Bullisch vs Bärisch

Wir sehen also: Selbst im optimistischsten Szenario ist der reale Gewinn (nach Inflation) mager. Wenn wir uns die DAX Prognose 2026 Expertenmeinungen aktuell ansehen, fällt auf, dass die großen Häuser wie Goldman Sachs und Deutsche Bank fast unisono das bullische Szenario verkaufen. Warum? Weil sie ihre eigenen Bestände an Privatanleger abladen wollen, bevor die Liquiditätswelle bricht.

Welche Faktoren beeinflussen die DAX Prognose bis 2026?

Vergessen Sie KGV und Dividendenrendite für einen Moment. In 2026 wird der Markt von Makro-Faktoren getrieben, die die meisten „Boomer-Analysten“ ignorieren.

1. Das „Wirtschaftswunder“ ist tot

Das Wirtschaftswachstum Deutschland 2026 Auswirkungen DAX-Narrativ ist toxisch. Wir sehen eine massive Deindustrialisierung. BASF, Bayer, die alten Giganten – sie produzieren nicht mehr hier, sie verwalten nur noch. Der DAX steigt nicht, weil die deutsche Wirtschaft boomt, sondern weil globale Konzerne, die zufällig im DAX gelistet sind, ihre Gewinne in Dollar und Yuan machen, während der Euro schwächelt.

2. Der US-Schatten

Der Einfluss US-Wahlen auf DAX Prognose 2026 ist brutaler als viele zugeben wollen. Die neue US-Administration fährt einen protektionistischen Kurs, der die deutsche Exportwirtschaft direkt in die Magengrube trifft. Zölle auf deutsche Autos? Das ist keine Drohung mehr, das ist eingepreist. Wenn Wall Street hustet, bekommt Frankfurt diesmal keine Lungenentzündung, sondern einen Herzstillstand, weil uns die technologische Innovation fehlt, um gegenzusteuern.

3. Die Krypto-Korrelation

Das ist mein Spezialgebiet. Wir sehen erstmals, dass institutionelle Gelder aus dem DAX in Krypto-ETFs fließen. Die Korrelation bricht auf. Früher war Bitcoin das Risk-On Asset. Heute? Heute ist der DAX das Risiko, und Bitcoin die Versicherung gegen das Zentralbankversagen. Das zieht Liquidität ab.

Ist jetzt ein guter Zeitpunkt, in den DAX zu investieren?

Lassen Sie uns technisch werden. Die DAX Chartanalyse langfristiger Aufwärtstrend 2026 zeigt ein klassisches „Rising Wedge“ (steigender Keil) im Wochenchart. Für die Nicht-Techniker unter euch: Das ist bärisch. Es signalisiert, dass die Käufer erschöpft sind.

Wer jetzt blind kauft, spielt Russisch Roulette mit einer halbautomatischen Pistole. Ein DAX ETF langfristig halten bis 2026? Nur, wenn Sie gerne zusehen, wie Ihre Kaufkraft stagniert. Die Strategie „Buy and Hold“ funktioniert nur in einem Umfeld, in dem Geld seinen Wert behält. Das ist in der Eurozone 2026 nicht der Fall.

Aber es gibt Ausnahmen. Wenn Sie traden wollen, suchen Sie nach Volatilität. Die Zinswende hat Spuren hinterlassen, und das DAX Kursziel 2026 nach der Zinswende hängt davon ab, wie schnell die EZB die Zinsen wieder senken muss, um die Südländer zu retten. Jede Zinssenkung wird den DAX kurzfristig pumpen – das sind Ihre Ausstiegschancen.

Fig 2: Technische Chartanalyse DAX Rising Wedge Formation 2026
Fig 2: Technische Chartanalyse DAX Rising Wedge Formation 2026

Was sagen Experten zum Kursziel des DAX für die nächsten 2 Jahre?

Ich habe mir die Mühe gemacht, die Berichte zu lesen, die normalerweise hinter teuren Paywalls versteckt sind. Die Dissonanz ist ohrenbetäubend.

  • Die Optimisten (Bankenseite): Sehen den DAX bei 23.000 Punkten. Ihr Argument: „Aktien sind alternativlos.“ Das ist Bank-Sprech für: „Wir wissen nicht, wo wir das gedruckte Geld sonst hinpacken sollen.“
  • Die Realisten (Unabhängige Analysten): Warnen vor der DAX Entwicklung bei Rezession 2026. Wenn die Rezession offiziell bestätigt wird (und wir wissen alle, wir sind schon drin), könnten wir einen Rücksetzer auf 15.000 sehen, bevor die Gelddruckmaschinen wieder anlaufen.

Schauen wir uns die Beste DAX Aktien für das Jahr 2026 an, die selbst in diesem Chaos performen könnten. Es sind nicht die Autobauer. Es sind:

  1. Münchener Rück: Profitiert von steigenden Versicherungsprämien durch Klimawandel-Hysterie.
  2. SAP: Das einzige Tech-Schwergewicht, das international noch mitspielen darf.
  3. Rheinmetall: Leider ist Verteidigung der einzige Wachstumssektor in Europa.

Alle anderen? Zombies, die von billigen Krediten leben.

Daten-Vergleich: DAX vs. Realität

IndikatorOffizielle Bank-AussageMeine Analyse
KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis)„Günstig bewertet bei 12x“Irreführend, da Gewinne durch Inflation aufgebläht sind.
Dividende„Sichere Dividendenrendite DAX 2026 Erwartung von 3-4%“Nach Steuer und realer Inflation (ca. 5-6%) machen Sie Verlust.
Technik„Stabiler Aufwärtstrend“Überkauft. Divergenzen im RSI schreien nach Korrektur.

Wie wirkt sich die Inflation auf den DAX 2026 aus?

Das ist der Punkt, an dem die meisten Privatanleger ihr Geld verlieren. Sie sehen grüne Zahlen im Depot und denken, sie werden reicher. Falsch. Wenn der DAX um 5% steigt, aber die reale Inflation (Lebenshaltungskosten, nicht der geschönte Warenkorb) bei 7% liegt, haben Sie 2% Kaufkraft verloren.

Die DAX Prognose Ende 2026 muss also inflationsbereinigt betrachtet werden. In einer Welt, in der Fiat-Währungen im Wettlauf nach unten sind, steigen Aktienkurse nominal. Das nennt man den „Crack-Up Boom“. Wir sehen das in der Türkei, wir sehen das in Argentinien, und jetzt sehen wir es in Deutschland.

Steuer-Falle Deutschland

Vergessen Sie nicht den Staat. Der deutsche Fiskus greift bei Ihren nominalen Gewinnen voll zu. Abgeltungsteuer plus Soli auf Scheingewinne. Das ist Enteignung durch die Hintertür. Wer klug ist, nutzt Aktienmarkt 2026 Strategien, die steueroptimiert sind, oder schichtet in Assets um, die außerhalb des direkten Zugriffs liegen.

Fig 3: Inflation frisst Rendite Vergleichsgrafik Euro Kaufkraft

Rebellion gegen den Durchschnitt

Die DAX Prognose Ende 2026 ist kein Versprechen auf Reichtum, es ist eine Warnung. Der Index wird wahrscheinlich steigen – vielleicht sogar auf die 22.000 Punkte. Aber lassen Sie sich nicht täuschen: Das ist kein Zeichen von Stärke, sondern von WährungsSchwäche.

Meine Strategie? Nutzen Sie die Volatilität. Traden Sie die Ausbrüche. Aber parken Sie Ihr Lebensvermögen nicht blind in einem Index, der die industrielle Vergangenheit repräsentiert, während die Welt digital wird. Seien Sie kritisch. Hinterfragen Sie die Banken. Und vor allem: Rechnen Sie in Kaufkraft, nicht in Euro.

Informieren Sie sich weiter über den Börsenausblick Deutschland, um zu verstehen, welche Sektoren noch eine Chance haben, und lesen Sie unsere tiefergehende DAX Prognose für alternative Szenarien.

Die strukturelle Lüge: Warum “Günstig” oft “Teuer” bedeutet

Doch lassen Sie uns tiefer graben. Wenn Bankberater den DAX verkaufen, nutzen sie oft ein Argument, das auf den ersten Blick unwiderlegbar scheint: die Bewertung. “Schauen Sie,” sagen sie und zeigen auf bunte Charts, “der DAX hat ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 12, während der amerikanische S&P 500 bei über 20 notiert. Deutsche Aktien sind ein Schnäppchen!”

Das ist die vielleicht gefährlichste Halbwahrheit in der Finanzwelt.

In meiner Laufbahn habe ich gelernt, dass an der Börse selten etwas ohne Grund “billig” ist. Ein niedriges KGV ist oft kein Zeichen für ein Schnäppchen, sondern für fehlendes Wachstumspotenzial oder hohe Risiken. Man nennt dies im Fachjargon eine “Value Trap” (Bewertungsfalle). Sie kaufen billig, aber der Wert steigt nicht, weil das zugrundeliegende Geschäftsmodell erodiert.

Lassen Sie uns das anhand einer detaillierten Sektorenanalyse aufschlüsseln, die verdeutlicht, warum der DAX strukturell “billiger” bewertet wird – und warum das gerechtfertigt ist.

Vergleich der Sektorengewichtung: DAX 40 vs. S&P 500

SektorGewichtung DAX (ca.)Gewichtung S&P 500 (ca.)CharakteristikBewertungstendenz
Technologie / IT~13% (dominiert von SAP)~29%Skalierbar, hohe Margen, geringer KapitalbedarfHoch (KGV 25+)
Industrie / Produktion~19%~8%Kapitalintensiv, zyklisch, energieabhängigNiedrig (KGV 10-15)
Automobil~15%~2%Hochzyklisch, disruptiert, niedrige MargenSehr niedrig (KGV 5-8)
Chemie / Grundstoffe~10%~2%Energieintensiv, konjunkturabhängigMittel (KGV 10-14)
Finanzen~18%~13%Zinsabhängig, regulatorisch stark belastetNiedrig (KGV 8-12)

Die Analyse der Tabelle ist ernüchternd: Der DAX ist übergewichtet in Sektoren, die hohe Kapitalinvestitionen (Capex) erfordern, um überhaupt den Status quo zu erhalten (Autobauer müssen Fabriken umrüsten, Chemieriesen müssen dekarbonisieren). Der S&P 500 hingegen wird von Unternehmen dominiert, deren Hauptkapital Code und Daten sind. Diese skalieren global mit minimalen Grenzkosten.

Wenn Sie also den DAX kaufen, wetten Sie implizit darauf, dass Hardware (Autos, Maschinen) in Zukunft profitabler sein wird als Software und KI. Die Wirtschaftsgeschichte der letzten 20 Jahre spricht jedoch eine andere Sprache. Ein KGV von 12 für einen Autohersteller, der vor der größten Transformation seiner Geschichte steht, ist nicht “günstig”. Es ist eine Risikoprämie.

Fallstudie: Die “Siemens Energy” Warnung – Wenn Politik auf Bilanz trifft

Um die Risiken des “deutschen Sonderwegs” zu verstehen, müssen wir uns nicht nur abstrakte Zahlen ansehen, sondern konkrete Schicksale. Nehmen wir das Beispiel der Abspaltung von Siemens Energy.

Auf dem Papier eine glänzende Idee: Ein deutscher Champion für die globale Energiewende. Windkraft, Turbinen, Netze. Das ist die Zukunft, oder? Doch die Realität für den Anleger war brutal. Warum? Weil deutsche Industrieunternehmen oft in einem Spannungsfeld aus politischen Wünschen, gewerkschaftlichem Einfluss und globalem Wettbewerbsdruck agieren, das die Rendite erstickt.

  1. Qualitätsprobleme bei Töchtern (Gamesa): Jahrelange Misswirtschaft wurde zu spät erkannt.
  2. Margendruck: Während Softwareunternehmen Preise diktieren können, müssen Anlagenbauer in Ausschreibungen um jeden Basispunkt Marge kämpfen.
  3. Kapitalkosten: Um die Energiewende zu stemmen, wird immenses Fremdkapital benötigt. In einer Phase steigender Zinsen (wie wir sie ab 2022 sahen) frisst der Schuldendienst den Gewinn auf.

Das Resultat war ein massiver Einbruch des Aktienkurses, der staatliche Garantien notwendig machte. Für den “Buy and Hold”-Anleger, der dachte, er investiere in solide deutsche Ingenieurskunst, war dies ein Weckruf. Es zeigt: Tradition schützt vor Verlusten nicht. Im Gegenteil, oft verhindert Tradition die nötige radikale Sanierung.

Die Dividenden-Illusion: Linke Tasche, rechte Tasche

Ein weiterer Punkt, mit dem deutsche Anleger oft geködert werden, ist die Dividendenrendite. “Der DAX schüttet 3% aus, das Sparbuch gibt fast nichts!”

Hier muss ich als Analyst sehr deutlich werden: Dividenden sind keine Zinsen. Zinsen sind der Preis für geliehenes Geld. Dividenden sind eine Entnahme aus dem Eigenkapital des Unternehmens.

Wenn ein Unternehmen wie BASF oder Mercedes-Benz eine hohe Dividende zahlt, fließt Geld aus dem Unternehmen an Sie. Der Aktienkurs fällt am Tag der Ausschüttung “ex Dividende” um genau diesen Betrag. Sie haben also nicht mehr Geld, Sie haben nur einen Teil Ihres Vermögens jetzt in bar (und müssen ihn sofort versteuern), während der Rest im Unternehmen verbleibt.

Das Problem: Deutsche Unternehmen neigen dazu, hohe Dividenden zu zahlen, um Anleger bei Laune zu halten, selbst wenn sie das Geld dringender für Forschung & Entwicklung (F&E) bräuchten.

Vergleichen wir dies mit Amazon oder Alphabet (Google). Diese zahlen keine Dividenden. Warum? Weil sie glauben (und beweisen), dass jeder Dollar, der im Unternehmen bleibt und in neue Projekte investiert wird, mehr Rendite bringt, als wenn der Anleger ihn anderswo anlegt.

Die hohe Dividendenrendite des DAX ist oft ein Eingeständnis des Managements: “Wir haben keine Ideen mehr, wie wir dieses Geld hochrentabel investieren können, also geben wir es euch zurück.”

Der Währungsfaktor: Ihr unsichtbarer Feind

Viele Anleger, die ausschließlich in den DAX investieren, ignorieren das Währungsrisiko, oder schlimmer noch: Sie glauben, durch die Investition in Euro seien sie sicher vor Währungsschwankungen. Das ist ein Trugschluss.

Der DAX ist ein Export-Index. Die Gewinne von BMW, Siemens oder Adidas entstehen zum großen Teil in den USA und Asien (in Dollar oder Renminbi). Wenn der Euro stark ist, sind unsere Waren im Ausland teurer, und die rückgerechneten Gewinne sinken.

Noch wichtiger für Sie als Anleger ist jedoch die Kaufkraftperspektive: Wir leben in einer globalisierten Welt. Wir tanken Öl (in Dollar gehandelt), wir nutzen iPhones (Apple, Dollar), wir streamen Netflix (Dollar). Wenn der Euro gegenüber dem Dollar langfristig schwächelt – und viele makroökonomische Faktoren wie Demografie und Energiekosten sprechen dafür –, dann verliert Ihr reines Euro-Investment (DAX) global an Kaufkraft.

Eine Beimischung von US-Aktien (S&P 500) oder globalen Aktien (MSCI World) ist daher nicht nur eine Sektoren-Diversifikation, sondern auch eine Währungsabsicherung. Wer 100% DAX hält, ist “Long Euro” in einer Zeit, in der Europa strukturelle Wettbewerbsnachteile hat. Das ist eine riskante Wette.

Die Alternative: Hidden Champions statt Dinosaurier

Heißt das, man soll Deutschland komplett abschreiben? Nein. Aber man muss dort suchen, wo Innovation tatsächlich stattfindet. Und das ist selten in der ersten Börsenliga.

Wenn ich Portfolios für vermögende Mandanten analysiere, sehe ich oft, dass der MDAX (die 50 Unternehmen unterhalb des DAX) oder sogar ausgewählte Werte aus dem SDAX langfristig eine bessere Performance (Total Return) liefern als der Leitindex.

Warum ist das so?

  • Familienbesitz: Im Mittelstand (Mittelstands-Indizes) finden sich oft noch Ankeraktionäre oder Gründerfamilien. Diese denken in Generationen, nicht in Quartalszahlen.
  • Nischenmarktführer: Ein Unternehmen wie Rational (Großküchentechnik) oder Symrise (Duftstoffe) ist in seiner Nische Weltmarktführer mit Preissetzungsmacht. Ein VW muss sich mit dutzenden Konkurrenten um denselben Massenmarkt streiten.
  • Agilität: Kleinere Unternehmen können schneller auf Marktveränderungen reagieren als ein Tanker wie die Deutsche Bank oder E.ON.

Wenn Sie unbedingt “Home Bias” in Ihrem Portfolio haben wollen, dann schauen Sie auf die zweite Reihe. Dort schlägt oft das wahre Herz der deutschen Wirtschaft, nicht in den Vorstandsetagen der DAX-Konzerne, die mehr mit Regulatorik als mit Innovation beschäftigt sind.

Technische Analyse: Das langfristige Bild

Lassen Sie uns kurz den Hut des Fundamentalanalysten ablegen und den des Charttechnikers aufsetzen. Denn auch die Preiskurven erzählen eine Geschichte.

Betrachtet man den “DAX Performance Index” (inklusive Dividenden) im Vergleich zum “S&P 500 Total Return” über die letzten 15 Jahre, öffnet sich eine Schere, die wie das Maul eines Krokodils aussieht.

  • Der S&P 500 zeigt einen klaren, säkularen Aufwärtstrend, getrieben durch Gewinnwachstum.
  • Der DAX zeigt eher einen “Treppenstufen”-Anstieg mit langen Seitwärtsphasen (z.B. 2015 bis 2020), in denen der Markt per Saldo null Rendite lieferte.

Für einen Anleger, der einen Sparplan bedient (Cost-Average-Effekt), sind diese Seitwärtsphasen erträglich. Für jemanden, der eine Einmalanlage tätigt (z.B. Erbschaft oder Abfindung), können sie jedoch ein “verlorenes Jahrzehnt” bedeuten.

Kritische Marken:
Technisch gesehen kämpft der DAX immer wieder mit der psychologischen Hürde, neue Allzeithochs nachhaltig zu bestätigen, wenn das globale Umfeld (Zinsen in den USA) schwierig ist. Der DAX ist oft ein “Beta-Index” zu den USA – er fällt stärker, wenn die Wall Street hustet, und steigt langsamer, wenn die Wall Street rennt.

Strategischer Ausblick: So bauen Sie Ihr Depot um

Genug der Kritik. Was können Sie tun? Als Senior Analyst rate ich meinen Kunden selten zu “Alles oder Nichts”. Es geht um die richtige Allokation. Hier ist ein pragmatischer Vorschlag, wie Sie mit dem Thema “Deutschland im Depot” umgehen sollten:

  1. Reduzieren Sie den Home Bias: Deutschland macht weniger als 3% der globalen Marktkapitalisierung aus. Wenn Ihr Depot zu 30%, 40% oder gar 50% aus deutschen Aktien besteht, gehen Sie ein Klumpenrisiko ein. Ein gesunder Anteil liegt – wenn man emotional an der Heimat hängt – bei maximal 10-15%.
  2. Nutzen Sie ETFs für den “Kern”: Das Fundament Ihres Vermögens sollte global sein. Ein MSCI World oder FTSE All-World deckt die USA, Europa, Japan und Schwellenländer ab. Damit fangen Sie die Gewinner von morgen ein, egal ob sie in Silicon Valley, Shenzhen oder München sitzen.
  3. DAX als “Satellit”, nicht als “Core”: Wenn Sie deutsche Aktien kaufen wollen, tun Sie dies selektiv.
    • Kaufen Sie nicht den ganzen Index blind.
    • Picken Sie die “Perlen”: Unternehmen mit Burggraben (Moat), hoher Eigenkapitalrendite und internationalem Geschäft.
    • Seien Sie vorsichtig bei Banken und Versorgern – diese sind oft Spielbälle der Politik.
  4. Rechnen Sie ehrlich: Vergleichen Sie Ihre Performance am Jahresende nicht mit dem DAX, sondern mit einem globalen Welt-ETF. Wenn Sie schlechter abschneiden (was die meisten DAX-fokussierten Depots tun), müssen Sie Ihre Strategie ändern.

Fazit: Die Romantik muss weichen

Investieren ist kein Patriotismus. Ihr Geld weiß nicht, woher Sie kommen, und es ist ihm egal. Die deutsche Wirtschaft steht vor immensen Herausforderungen: Demografie (Arbeitskräftemangel), Energiepreise und eine überbordende Bürokratie. Der DAX spiegelt diese Probleme wider. Er ist voll von Unternehmen der “alten Welt”, die hervorragende Produkte bauen, aber in Märkten operieren, die nicht mehr exponentiell wachsen.

Die Digitalisierung, die KI-Revolution und die Plattform-Ökonomie finden größtenteils woanders statt. Wenn Sie Ihr Vermögen mehren wollen, müssen Sie dort investieren, wo die Wertschöpfung der Zukunft liegt, nicht dort, wo die Erfolge der Vergangenheit gefeiert werden.

Seien Sie ein Weltbürger mit Ihrem Geld. Lassen Sie den DAX einen Teil Ihres Portfolios sein, wenn Sie möchten – aber machen Sie ihn nicht zum Kapitän Ihres Schiffes. Die See ist rau, und Sie brauchen ein Schiff, das für den Ozean gebaut ist, nicht für den Rhein.

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